Login für Mitglieder
Deutsch   English  

Zum Anzeigen von PDF-Dateien:

Mit dem RSS-Feed des ZDS auf dem Laufenden bleiben:

QPorkChains
C02-Strom aus Wasserkraft
Ernährung
Logo Boar Semen Conference 2011
Weltgenetik-Kongress2010

Ergebnisse von der ZDS-Fachtagung am 11. Dezember 2006


Neue Erkenntnisse zur Tierseuchenbekämpfung: Schweinepest und Salmonellen


Mit einer gut besuchten Fachtagung am 11. Dezember 2006 in Kassel hat der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS) den Handlungsbedarf und die jeweiligen Zuständigkeiten konkretisieret sowie über den Stand der Bekämpfungsmaßnahmen informiert. Erfahrungen und Konsequenzen wurden diskutiert.



Schweinepest .... ein deutsches Problem?


Neue Erkenntnisse aus NRW


Helmut Ehlen

Helmut Ehlen

Das Auftreten der Schweinepest Anfang dieses Jahres in Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, dass wir auch nach vielen Jahren der Ruhe und des Vergessens jederzeit gewappnet sein müssen, das Instrumentarium der Seuchenbekämpfung sofort zu aktivieren und effizient zu nutzen. Diese Feststellung traf der ZDS-Vorsitzende, Helmut Ehlen, anlässlich einer gut besuchten Fachtagung des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion am 11.12.2006 in Kassel. Insbesondere sei es erforderlich, ein funktionstüchtiges System der Früherkennung und eine schnelle, sorgfältige Aufdeckung der Infektionsursachen sowie der Kontaktbetriebe zu gewährleisten. Nur so könne eine gezielte Bekämpfung im Sinne der Schadensminimierung eingeleitet werden. Ehlen machte deutlich, dass aus den in NRW gewonnenen Erfahrungen bundesweit Konsequenzen zur Optimierung der Seuchenbekämpfung gezogen werden müssen.
So forderte WLV-Vizepräsident Schulze zur Wiesch anhand eines 10-Punkte-Maßnahmenplanes u. a. eine Verbesserung der Vorsorge, z. B. durch finanzielle Anreize der Tierseuchenkasse und durch einen Sonderstatus im Rahmen der Seuchenbekämpfung.

Der Leiter des Veterinäramtes im Kreis Borken, Dr. Albert Groeneveld, veranschaulichte an verschiedenen Beispielen die zwingende Notwendigkeit, das Krisenmanagement in "Friedenszeiten" zu planen und mit allen Beteiligten zu trainieren. Ohne diese Vorarbeit sei es nicht möglich, alle erforderlichen Maßnahmen, von der Materialbeschaffung bis zur Personal-Einsatzplanung zeit- und bedarfsgerecht zu bewältigen.

Dr. Friedhelm Jaeger, verantwortlicher Referatsleiter im Düsseldorfer Ministerium, hob insbesondere die Vertrauensbildung gegenüber der EU-Kommission in Brüssel als wichtige Maßnahme der Schadensminimierung hervor. Das erfordere u. a. eine Absicherung der Bekämpfungsstrategie im Vorfeld durch Gespräche mit den zuständigen Brüsseler Stellen. Nur wenn ein überzeugendes Konzept für eine effiziente Seuchenbekämpfung vorgelegt und eine konsequente Umsetzung im Seuchenfall gewährleistet werden könne, sei es möglich das Heft des Handelns in eigener Hand zu behalten.

Dr. Rolf Krieger skizzierte aus Sicht des nationalen Krisenzentrums im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) das Optimierungspotenzial beim Tierseuchen-Krisenmanagement. Darüber hinaus stellte er als Zukunftsvision eine neue Bekämpfungsstrategie vor, bei der die PCR-Diagnostik zum Virusantigennachweis eine Schlüsselrolle spielt und die auch die Impfung einbeziehen könnte. Der Virusantigennachweis mit dem PCR-Verfahren habe gegenüber dem Antikörpernachweis u. a. den Vorteil, dass z. B. Bestände im Sperrbezirk oder in einer Impfregion künftig frei getestet werden können, statt sie zu töten.
Als schwierige Aufgabe bezeichnete Dr. Krieger die notwendige Überwindung von Vorbehalten des Marktes gegen die Verwertung von Schlachtkörpern gesunder, aber geimpfter Tiere. Hier müsse Überzeugungsarbeit bis hin zum Verbraucher geleistet werden. Auch die Etablierung neuer Strategien auf EU-Ebene erfordere viel Zeit und Überzeugungsarbeit.

In seinem Fazit konkretisierte der ZDS-Vorsitzende Helmut Ehlen den Handlungsbedarf, der sich im Sinne einer Optimierung der Vorsorge, der Früherkennung und der Seuchenbekämpfung ergibt. Er appellierte an alle Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kreisen, sich der Aufgabe zu stellen und bundesweit an einem Strang zu ziehen. Es müsse ein Qualitätsstandard für die Seuchenbekämpfung mit einem überregionalen Steuerungsteam geschaffen werden, um jederzeit, in jeder Region Deutschlands, eine sachgerechte, erfolgreiche Krisenbewältigung gewährleisten zu können.
Am "runden Tisch" müsse in den Regionen jährlich unter Einbeziehung aller beteiligten Gruppen eine Situationsanalyse vorgenommen werden, um die Seuchenvorsorge und um die Funktionsfähigkeit des Bekämpfungssystems bewerten und ggf. anmahnen zu können. Der Qualitätsstandard und das überregionale Steuerungsteam nehme hierbei eine wichtige Rolle ein. Nur so sei es möglich, das generelle Risikobewusstsein langfristig wach zu halten.

Folien der Redner zum Download ...



Erfahrungen aus Sicht der Wirtschaft


Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband sowie dem Rheinischen Landwirtschaftsverband einen „Zehn-Punkte-Plan“ vorgelegt, der von Herrn Schulze zur Wiesch erläutert wird.

Schulze zur Wiesch
Karl-Heinz Schulze zur Wiesch, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV)


Bekämpfungsstrategien: Optimierungspotenzial (1,3 MB)

Dr. Rolf Krieger
Dr. Rolf Krieger, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)



Checkliste mit einzuleitenden Maßnahmen

Dr. Albert Groeneveld
Dr. Albert Groeneveld, Veterinäramt des Kreises Borken


Bekämpfungsmanagement: Maßnahmen aus Sicht des Landes (157,6 KB)

Dr. Friedhelm Jaeger
Dr. Friedhelm Jaeger, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV)



Salmonellen ... ein Risiko für die Lebensmittelsicherheit


Erfahrungen und Handlungsbedarf


Voraussichtlich im Frühjar 2007 wird die lange geplante Schweine-Salmonellenverordnung kommen: das kündigte Dr. Hans-Joachim Bätza vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) anlässlich einer Fachtagung des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS) am 11.12.2006 in Kassel an.

Die Verordnung werde weitgehend den Vorgaben des QS-Programms zur Salmonellenüberwachung entsprechen, so dass Vergleichbarkeit besteht und alle QS-Teilnehmer die Anforderungen der Verordnung bereits erfüllen.

Der ZDS-Vorsitzende, Helmut Ehlen, betonte das klare "Ja" des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion zur Salmonellenüberwachung, fordert jedoch gleichzeitig Augenmaß bei den Maßnahmen, da viele Fragen zur Verbreitung und zur Bekämpfung von Salmonellen noch nicht eindeutig beantwortet werden können. Auf keinen Fall dürfe auf die Schweinehalter gezeigt werden, solange andere Beteiligte der Lebensmittelkette ihren Beitrag zur Vorsorge gegen den Eintrag oder die Verschleppung von Salmonellen nicht geleistet haben. So bestätigte Prof. Thomas Blaha von der Stiftung der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Außenstelle Bakum, eine Fülle von Infektions- und Kontaminationsmöglichkeiten in der gesamten Lebensmittelkette. Er betonte die Notwendigkeit, die Salmonellenbekämpfung ganzheitlich anzupacken und koordiniert vorzugehen. Den Ausführungen von Thomas May von der QS-GmbH zufolge, wird im Rahmen des QS-Programms zur Zeit eine Auswertung der bisher erfaßten Daten aus der Salmonellenüberwachung vorgenommen, um konkrete Informationen für eine gezielte Bekämpfung und für die Beratung belasteter Betriebe zu erhalten.

Als Fachtierarzt des Schweinegesundheitsdienstes Niedersachsen berichtete Dr. Josef Schulte-Wülwer über seine Erfahrungen mit der Beratung von Kategorie-III-Betrieben. Voraussetzung für den Beratungserfolg sei das Problembewußtsein und die Bereitschaft der Betriebsleiter zuur aktiven Mitarbeit. Andernfalls sei es oft schwierig, die Salmonellenquellen aufzuspüren und dauerhaft zu tilgen. Zwar gebe es verschiedene Standardempfehlungen, letztlich müsse jedoch in jedem Betrieb individuell nach den Ursachen und nach Möglichkeiten zur Problembeseitigung gesucht werden.

Der Bedarf für weitere Forschung und Standardisierung im Bereich des Salmonellennachweises und der Bekämpfung wurde nicht zuletzt mit dem Vortrag von Frau Dr. Christina Dorn vom nationalen Salmonellen-Referenzlabor deutlich. Die von der EU angestrebten Ziele für die Salmonellenbekämpfung in den einzelnen Mitgliedsstaaten geben nur einen Sinn, wenn die angewandten Methoden und Verfahren standardisiert sind. Andernfalls sei keine Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet. An dieser Aufgabe werde zur Zeit seitens der verschiedenen Referenzlabore gearbeitet.

Als Fazit stellte Helmut Ehlen dringenden Bedarf für eine weitere Information und Schulung aller Beteiligten insbesondere der Berater und Tierärzte fest, um die Betriebe mit ihrem Problem nicht alleine zu lassen und um die Salmonellenbekämpfung erfolgreich, mit einer klugen Strategie betreiben zu können.


Folien der Redner zum Download ...



Salmonellenbekämpfung - Staatliche Maßnahmen (131,2 KB)

Dr. Hans-Joachim Bätza
Dr. Hans-Joachim Bätza, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)


QS-Salmonellenmonitoring: eine Initiative der Wirtschaft (336,9 KB)

Thomas May
Thomas May, QS Qualität und Sicherheit GmbH


Salmonellennachweis: Verfahren und deren Aussage (1,3 MB)

Dr. Christina Dorn, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Dr. Christina Dorn, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)


Eintragsrisiken in der Lebensmittelkette (2,0 MB)

Prof. Thomas Blaha
Prof. Dr. Thomas Blaha, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Außenstelle Bakum


Salmonellenbekämpfung: Erfahrungen aus der Praxis (654,1 KB)

Dr. Josef Schulte-Wülwer
Dr. Josef Schulte-Wülwer, Landwirtschaftskammer Niedersachsen



Pressefotos können beim ZDS angefordert werden!


Kontakt:


Marianne Laqua
Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V.
Adenauerallee 174
53113 Bonn

Telefon: +49 (0) 228 91447 40
E-Mail: lm@zds-bonn.de
Internet: www.zds-bonn.de


Programm



Kontaktformular


 
 
 
 
 

Um automatische Eingaben zu unterbinden, benötigt dieses Formular einen Bestätigungscode. Der Code wird im folgenden Bild dargestellt, bitte geben Sie ihn entsprechend ein. Gross- und Kleinschreibung spielt dabei keine Rolle.