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Ernährung
26.07.2011 RSS Feed

Wie wahrscheinlich sind Kriege um Wasser?

Die Kriege des 20. Jahrhunderts werden ums Öl ausgefochten, die Kriege des 21. Jahrhunderts werden ums Wasser geführt werden - so lautet eine der meistzitierten Prognosen, die 1995 vom damaligen Vizepräsidenten der Weltbank aufgestellt worden ist. Die Fakten indes sprechen eine andere Sprache. Wendy Barnaby, Herausgeberin des britischen Wissenschaftsmagazin People & Science erklärt in der Mai-Ausgabe des "Geo-Magazins" warum auch die Länder mit knappen oder erschöpften Ressourcen keine Kriege führen (müssen). Der Grund ist virtuelles Wasser. "Wer Äpfel, Getreide oder andere Agrarprodukte auf dem Weltmarkt einkauft, importiert auch das Wasser, das für die Produktion des Lebensmittels benötigt worden ist. Für die Produktion von einem Apfel sind 70 Liter Wasser, für die Produktion von 1 kg Weizen 1.300 Liter Wasser nötig.

Zu den größten Netto-Exporteuren von virtuellem Wasser gehören die USA, Kanada, Argentinien und Brasilien. Nettoimporteure dagegen sind Japan, China, Indien und die meisten Länder Europas.
Von diesem Handel mit virtuellem Wasser profitieren auch ärmere Länder, meint die Wissenschaftlerin.
Statt mit großem (Bewässerungs-)Aufwand Landwirtschaft zu betreiben, können sie sich auf den Aufbau weniger ressourcenintensiver Wirtschaftszweige konzentrieren. Und die Erträge daraus nutzen, um die Ernährungssitutation ihrer Bevölkerung zu verbessern - durch Einfuhr von Getreide und anderen Lebensmitteln.

Es sind diese unauffälligen Wassertransfers, die selbst dürregeplagten Ländern die Existenz sichern. Und Ihnen die Chance auf langfristige wirtschaftliche Entwicklung eröffnen.

Originalquelle

The Water-War Myth by Jack Shafer

Folgen eines zu geringen Wasserverbrauchs in Deutschland

Statistik: Wasserverbrauch in Deutschland

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