AID - Auf der Erde leben zurzeit etwa 6,5 Mrd. Menschen. Im Jahr 2050 werden es rund 9 Mrd. sein, die sich bei ihrer Ernährung in einem Punkt einig sind: sie wollen mehr Eiweiß aus Fleisch, Milch und Eiern essen. Diesen Luxus kann sich die Menschheit nach Ansicht von Wissenschaftlern des
Friedrich-Loeffler-Instituts in Braunschweig nur leisten, wenn die Intensität im Pflanzenbau und in der Tierhaltung weiter zunimmt. Denn je weniger Ertrag eine Ackerfläche abwirft und je geringer die Fleisch- oder Milchleistung eines Tieres, desto größer ist der Flächenbedarf bezogen auf eine bestimmte Menge Eiweiß.
Potenzial liegt auch in der Fähigkeit von Wiederkäuern, für Menschen wertloses Grasland verwerten und in nutzbare Energie umwandeln zu können. Von diesen Grasflächen gibt es weltweit etwa 3,3 Mrd. Hektar - eine gewaltige Ressource, die für die menschliche Ernährung nicht direkt genutzt werden kann. Auch in der bereits intensiv betriebenen Tierhaltung sehen die Forscher noch Möglichkeiten zur Optimierung, etwa über kürzere Aufzuchtphasen oder spezielle Zusätze für eine bessere Futteraufnahme. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, die schon heute verfügbare Menge an tierischem Eiweiß besser zu verteilen. Denn während die Menschen hochentwickelter Länder im Durchschnitt bis zu 80 Gramm tierisches Eiweiß pro Tag essen, kommen die Bewohner in Entwicklungsländern nicht einmal auf 10 Gramm pro Tag.