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24.11.2008

Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt

Biokost & Ökokult: Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere UmweltDie Vorsilben „Öko“ und „Bio“ werden nach Ansicht der Umweltexperten Dirk Maxeiner und Michael Miersch zur Zeit an alles Mögliche geklebt, ohne dass jemand nachfragt, ob die so geadelten Produkte oder Verfahren tatsächlich einen Umweltvorteil bieten. Nicht überall, wo „grün“ drauf steht, sei auch „grün“ drin. Was in der Bevölkerung als ökologisch gilt, habe meist mehr mit geschickter Imagepolitik von Interessengruppen zu tun als mit Fakten. „Bio ist prima fürs Klima!“ werben Ökoagrarverbände und fordern einen „Klimabonus“ für ihre Betriebe. Ihr Argument: Wir sparen Mineraldünger, zu dessen Herstellung fossile Brennstoffe verbraucht werden.

Konventionelle Bauern kontern: „Mehr Milch pro Kuh ist aktiver Klimaschutz!“ Ihr Argument: Konventionelle Höfe erzeugen mehr Milch, Fleisch und Eier pro Tier. Auch erreichen die Tiere ihr Schlachtgewicht viel früher, leben also kürzer und brauchen weniger Futter. Ergo: Sie stoßen weniger klimaschädliches Methan aus. Biosprit, Bionahrung oder Bioplastik – für Maxeiner und Miersch sind das hochtrabende Floskeln mit wenig Substanz. Die beiden Wissenschaftsjournalisten haben für ihr neues Buch „Biokost & Ökokult. Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt” alle großen Untersuchungen und Meta-Studien recherchiert und kommen zu einem niederschmetternden Resümee. Es gebe keine Studie, die den Vorteil von Bio beweist: „Die Kritik an ‚industrieller Landwirtschaft’ und ‚entfremdeten Lebensmitteln’ ist schön bequem, aber auch pharisäerhaft. Da hat sich ein ganzer Treck von Sehnsüchten, Nostalgien und Naturverklärungen in Gang gesetzt, der nicht mehr nach Logik oder Fakten fragt. Landwirtschaft war schon immer unnatürlich, auch wenn das manche Verkünder des Biobauerntums gern ausblenden. Von unserer ursprünglichen Lebensweise als Jäger und Sammler haben wir uns vor 10.000 Jahren verabschiedet - und zwar unumkehrbar. Weizen ist kein natürliches Nahrungsmittel des Homo sapiens. Weizenkörner entstanden durch künstliche Selektion. Kuhmilch gehört keineswegs auf unseren natürlichen Speiseplan. Auch Mais oder Blumenkohl kommen in der Natur so nicht vor, sondern wurden vom Menschen entwickelt. Ganz zu schweigen vom Käse, einer frühen Ausgeburt bakterieller Lebensmitteltechnik. Weder waren die früheren Formen der Tierhaltung grundsätzlich humaner, noch waren die produzierten Nahrungsmittel gesünder als heutige. Die Gefahr von Erkrankungen und Vergiftungen durch Nahrungsmittel ist dank moderner Hygiene und Konservierungsstoffe sogar drastisch zurückgegangen. Magenkrebs wird immer seltener, weil moderne Frischhalteverfahren die alten und gesundheitlich bedenklichen zurückgedrängt haben, beispielsweise Räuchern und Pökeln. Plastikversiegelung, Dose, Tiefkühltruhe und Kühlschrank mögen unsere Nahrungsmittel ‚entfremden’, sie sind aber ein Segen für die Gesundheit“, so das Plädoyer der beiden Buchautoren.

Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Biokost & Ökokult – Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt, Piper-Verlag, 2008, 238 Seiten, 14 Euro.


Biokost & Ökokult: Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt (Broschiert)

Die Rezensionen zu dem Buch in "Amazon" sind "interessant". Von " Hetzschrift der Chemie-Lobby" bis " Nüchternheit statt Weltanschauung" ... >>>

Lohnenswert auch die Lekture der "Hass-" sowie "Lob- und Beifall-Seite" auf der Internetseite der Autoren: >>>


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