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06.11.2011 RSS Feed

Virtuelles Wasser keine echte Lösung für bessere Wasserversorgung

Natürlich gibt es Wassermangel auf der ganzen Welt. Manche Entwicklungsländer leiden furchtbar unter Wasserknappheit. Millionen und Abermillionen haben keinen Zugriff auf sauberes Trinkwasser und oft sind das dieselben Menschen, die jeden Tag schuften, um Feldfrüchte zu bewässern, die dann in westlichen Supermärkten landen. Doch wird kein einziges dieser sozialen Probleme dadurch gelöst werden, dass man bei westlichen Verbrauchern Schuldgefühle hervorruft, mit dem Hinweis darauf, dass bei der Produktion von einem Paar Schuhe 800 Liter virtuelles Wasser verbraucht wurden, meint der Journalist Brendan O’Neill vom Magazin Spiked, dessen Kommentar There’s another word for ‘water neutrality’: death jetzt ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel Weltbevölkerung: Wasserneutralität = Tod im aktuellen Novo-Magazin erschienen ist. Anlass für den Kommentar ist eine Kampagne des WWF, der die Menschen in den Industriestaaten zu einem "bewussteren" Umgang mit Wasser bringen möchte. Dafür wird der Begriff virtuelles Wasser eingeführt - und dem Menschen ein schlechtes Gewissen eingeredet.

Aber so wenig, wie es in Athiopien mehr regnet, wenn wir auf eine Dusche verzichten, um so weniger wird bei der Herstellung verwendetes Wasser exportiert - es wird allenfalls zu Grau- oder Industriewasser und steht damit für den Produktionsprozess wieder zur Verfügung. Vorausgesetzt, dass Wasser kann recycelt werden. Kein oder nur eine geringe Wassermenge wird tatsächlich aus dem Produktionsland exportiert. Während sich die allerdings Industrienationen die Technik für ein Wasser-Recycling leisten, können es die Entwicklungsländer nicht. Wer es ernst mit der Umwelt meint, muss nach Meinung des Journalisten aber genau hier ansetzen.

Diese sozialen Probleme verlangen ehrgeizige, groß dimensionierte Industrieprojekte: Dämme, Speicher, Leitungen, Kanäle, menschengemachte Flüsse und Seen, Meerwasserentsalzungsanlagen, Abwassersysteme, mehr Investitionen in gentechnisch verbesserte Feldfrüchte, die auch bei Trockenheit wachsen können, und so weiter. Was bekommen wir stattdessen? Eine im Stil der katholischen Bußpredigt daherkommende Kampagne, die darauf abzielt, bei westlichen Konsumenten Schuldgefühle über ihren Wasserverbrauch hervorzurufen.




Anmerkung der Redaktion:

Effektiver und zielführender für die Umwelt und den Verbraucher erscheinen etablierte Umweltzeichen, wie z.B. der Blaue Engel. Dabei handelt es sich um die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt für Produkte und Dienstleistungen, mit dem Ziel, die nachhaltige Produktion zu fördern.
Wer solche Zeichen von Drittländern fordert, muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass dies schnell als protektionistische Maßnahme zur Marktabschottung verurteilt werden kann. Vielfach sind Agrarprodukte die einzigen Devisenbringer für Drittländer.

Gefährlich könnte ein Eco-Labeling allerdings auch für Ökoprodukte werden. Glaubt man einer aktuellen niederländischen Studie, die ökologische und biologische Produktionsverfahren hinsichtlich ihrer Umweltwirkung verglichen hat.

Brendan O’Neil in Novo-Agrumente

Brendan O’Neil in Spiked

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