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23.02.2007

Ökologischer Landbau: Ausweg aus der Klimafalle?


In dem Artikel " Landwirte geraten ins Visier der Umweltschützer", erschienen im "Handelsblatt" (Nr. 39/07), wird die Grünen-Abgeordnete Renate Künast mit den Worten zitiert, dass der ökologische Landbau "der Hit beim Klimaschutz" sei. Aktuelle gegenteilige wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse, die soeben in England zur Effizienz des biologischen Landbaus veröffentlicht wurden, bleiben unerwähnt.

©Aho - Professor Ken Green von der Manchester Business School, der die Studie mit dem britischen Agrarministerium "DEFRA" (Department for Environment, Farming and Rural Affairs) erstellte, fordert, bei der Bio - Produktion und den CO-2-Emissionen genauer hinzusehen.
Für die Studie wurden die 150 umsatzstärksten Bio - Lebensmittel in ihrer Umweltwirkung genauer analysiert. Hierbei wurde der Weg vom Anbau, über den Transport und die Verarbeitung bis zum Konsumenten betrachtet. Unterstützung bekommt Professor Green vom Umwelt - Staatssekretär David Miliband, der "Bio" als "lifestyle choice" bezeichnete. Auch der wissenschaftliche Chefberater der britischen Regierung Professor Sir David King hatte sich kürzlich zurückhaltend über die angeblichen Umweltvorteile einer Bio-Landwirtschaft geäußert.
Weitere Informationen zu den Untersuchungen und den Link zum Download der Studie erhalten Sie über die Internetseite von Animal-Health-Online.

In diesem Zusammenhang sei auch das Buch "Protein, Population, Politik" erinnert, in dem die Autoren Hubert Wennemer, Gerhard Flachowsky und Volker Hoffmann Auswege aus dem Fleischhunger einer wachsenden Weltbevölkerung aufzeigen.


Bei der zunehmenden Produktion tierischer Lebensmittel seien Techniken zur Minimierung der Veredlungsverluste von vitaler Bedeutung, heißt es in dem Buch. So ließen sich die Stickstoff-Ausscheidung in der Schweinemast durch gezielte Ergänzung mit synthetischen Aminosäuren senken, weil dadurch der Eiweißanteil in der Ration gesenkt werden kann. Solche nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erzeugten Futtermittel böten riesige Potentiale zur nachhaltigen Erzeugung von Protein bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt.

Weiter zitieren die Autoren eine Studie der FAL Braunschweig, wonach Mastschweine mit einer mittleren Tageszunahme von 570 Gramm im Vergleich zu Schweinen mit 630 Gramm Tageszunahme für das gleiche Endgewicht 22 Kilo mehr Futter und 65 Liter mehr Tränkewasser benötigen. In modernen Mastbetrieben seien sogar Tageszunahmen von 800 bis 900 Gramm möglich.

Protein, Population, Politik


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