Rehabilitation der Milchkuh
In Deutschland wird zur Politikberatung und zur Emissionsberichterstattung das Modell GAS-EM eingesetzt. Dieses Modell erlaubte es bisher nicht, die Fütterung zu variieren. Prof Dämmgen, Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover, G. Steffens, K. Mohr und W. Brade, von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, haben den Einfluss der Fütterung auf die Emission von Ammoniak und Treibhausgasen sowie den Einfluss veränderter Milchfett- und Milcheiweißgehalte untersucht. Neben den Emissionen aus der Haltung der Kühe wurden auch die Emissionen aus der Futterbereitstellung sowie die sog. indirekten Emissionen im Sinne eines Emissions-footprint
erarbeitet.
Fazit: Emissionsmindernde Maßnahmen für einen Stoff haben Änderungen des gesamten Emissionsverhaltens zur Folge. Deshalb ist eine umfassende Berechnung aller Quellen innerhalb eines Produktionsprozesses erforderlich. Eine Reduzierung des Milchfettgehaltes reduziert die Emissionen deutlich.
Und: rechnet man alle Emissionen auf sog. C02-Äquivalente je kg Milcheiweiß um, wird der Einfluss des Produktionsniveaus deutlich. Das relative C02-Äquivalent sinkt mit zunehmender Leistung.
Die Wissenschaftler weisen auch darauf hin, dass die Berechnung der Treibhausgas-Emissionen insgesamt eine Unsicherheit von 38 % beinhaltet. Insbesondere was die sog. Lachgas-Emissionen aus den Böden anbelangt.
Bei der Berechnung der Ökobilanzen setzten die Wissenschaftler auf ein Modell, dass die IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change)-Richtlinien zur Kalkulation von C02-Fußabdrücken umsetzt. Dabei ist entscheidend, dass die Berechnungsgrundlage nachvollziehbar offengelegt und tatsächlich die gesamte Erzeugerkette für ein Produkt korrekt erfasst.
Das verwendete Modell heißt GAS-EM
Quellen:
- Bauernzeitung 03.09.2010 (Seite 44)
- Kalkulation emittierender Gase in der Tierproduktion, Jahresbericht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen 2009, Seite 147ff
Siehe auch
FAO korrigiert Gutachten zur Klimawirkung von Wiederkäuern
Streit um C02-Bilanzen
Ministerin Aigner fordert mehr Ehrlichkeit bei Klimadiskussion
Co2-Fußabdrücke auf Nahrungsmittel sind für die Verbraucher sinnlos