Login für Mitglieder
Deutsch   English  

Mit dem RSS-Feed des ZDS auf dem Laufenden bleiben:




QPorkChains
Ernährung
22.12.2009 RSS Feed

Grüne Gentechnik: "Weder Teufelszeug noch Wundermittel"

DFG: Wenige Themen aus den Lebenswissenschaften haben die öffentliche Diskussion in Deutschland in den letzten Jahren so sehr geprägt wie die Grüne Gentechnik. Ihre Methoden zur Übertragung von artfremden Genen in Pflanzen haben längst Eingang in die Grundlagenforschung gefunden. Auch in der landwirtschaftlichen Praxis wird die Grüne Gentechnik inzwischen zur Züchtung neuer Sorten eingesetzt. In weiten Teilen der Öffentlichkeit wird sie hingegen weiter skeptisch beurteilt oder abgelehnt - bis hin zur gewaltsamen Zerstörung von Freilandversuchsfeldern mit transgenen Pflanzen. Um die Diskussion zu versachlichen und umfassend über die Grüne Gentechnik zu informieren, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt eine allgemein verständliche und reich illustrierte Broschüre zum Thema veröffentlicht.

Auf rund 100 Seiten versucht die Broschüre "Grüne Gentechnik", kompetent, ausgewogen und verständlich alle relevanten Aspekte des Themas zu umreißen. Behandelt werden sowohl der Zusammenhang von Pflanzenzüchtung und Grüner Gentechnik aus historisch gewachsener Perspektive als auch die aktuellen Potenziale bei der Anwendung, die sich von der Toleranz neu gezüchteter Sorten gegen biotischen und abiotischen Stress oder Herbizide über die Qualitätssteigerung von Nahrungs- und Futtermitteln bis hin zur Bereitstellung pharmazeutisch relevanter Inhaltsstoffe für Arzneien oder nachwachsenden Rohstoffen erstreckt.

Aber auch ökologische Risiken oder mögliche Auswirkungen für den Verbraucher kommen zur Sprache. Ein Abschlusskapitel ist den betriebswirtschaftlichen, sozialen, volkwirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten der Grünen Gentechnik gewidmet. Die Grüne Gentechnik sei "weder Teufelszeug noch Wundermittel", lautet das Resümee der Broschüre. Die Entwicklungen in diesem Bereich seien jedoch weitgehend positiv - und zudem für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung.

"Aus der ablehnenden Haltung der deutschen und europäischen Öffentlichkeit und Politik gegenüber der Grünen Gentechnik resultiert nicht nur ein deutlicher Wettbewerbsnachteil für die hiesige Landwirtschaft und Agrarforschung", schreiben die Autorinnen und Autoren im Schlusskapitel. "Die Behinderung oder Blockade einer verantwortungsbewussten Erforschung und Nutzung der Grünen Gentechnik ist ungerechtfertigt und wird unsere Zukunftschancen verringern."

Die DFG-Broschüre zur Grünen Gentechnik geht auf die Initiative der beiden DFG-Senatskommissionen "Stoffe und Ressourcen in der Landwirtschaft" beziehungsweise "Grundsatzfragen der Genforschung" zurück. Geschrieben wurde sie von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und einer renommierten Wissenschaftsjournalistin.

Die Broschüre finden Sie hier.

Kontakt:


Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle zur Grünen Gentechnik:

  • Dr. Patricia Schmitz-Möller,
    Tel. +49 228 885-2797,
    Patricia.Schmitz-Möller@dfg.de


Aktuelles...

Fachinformationen...