Der optimale Ausstallungszeitpunkt und das -gewicht sind in der Schweinemast essentiell für den Erfolg. Gesunde Organe lassen den Rückschluss zu, dass die Produktionsbedingungen für die Tiere optimal sind, Organbefunde müssen in Hinblick auf das Management überprüft werden. Beide Erfolgsfaktoren griffen die am 20. April 2010 und am 16. Juni 2010 durchgeführten Fachtagungen der Viehzentrale Südwest GmbH zur „Beurteilung von schlachtreifen Schweinen als Voraussetzung für eine erfolgreiche Schweinemast“auf.Dass nur reife und zum richtigen Zeitpunkt geschlachtete Schweine ein optimales Ergebnis im Vergleich „Geleisteter Aufwand - Tatsächliche Leistung“ erzielen, ist jedem Landwirt klar. Die Margen in der Schweinemast werden immer enger. Doch gerade bei der Einschätzung von Schlachtgewicht, Speckdicke und Muskelfleischanteil können Fehler gemacht werden, die den Landwirt bares Geld kosten! Eingesetzte Genetik, Fütterungsmanagement und das Hygiene- und Gesundheitskonzept beeinflussen tägliche Zunahmen und Magerfleischanteil. Frohwüchsige Rassen und Börge neigen bei unangepasster Fütterung schnell zu Verfettung. Bei einem Magerfleischanteil, der sich aus Fleisch- und Speckmaß zusammensetzt, von 57 % ist das Verhältnis von Fleisch- zu Speckmaß etwa 4 : 1.
Schlachtreife ist Wirtschaftlichkeit
Ziel des Mästers muss sein, Schweine dann zu verkaufen, wenn die höchstmögliche Wirtschaftlichkeit erreicht ist: Sind sie zu leicht, ist das mögliche Potential noch nicht ausgeschöpft, sind sie zu schwer, kommen die Produktionskosten für das „Mehrgewicht“ hinzu. Beide Male aber werden vom Schlachthof preisliche Abzüge vorgenommen.
Das Studium des Schlachtprotokolls und eine regelmäßige, stichprobenartige Wiegung der Schweine ist Standard in der Schweinemast. Im Alltag kann aber kaum ein Einzeltiervergleich vor und nach der Schlachtung vorgenommen werden. Dies wäre wichtig, um sich selbst besser in der Beurteilung zu schulen.