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Ergebnisse von der OS-/ZDS-Fachtagung am 18. Oktober 2007


QS-/ZDS Workshop: Salmonellenüberwachung / -bekämpfung


Sowohl eigenes Interesse als auch die Vorgaben des QS-Systems und der im März 2007 erlassenen Schweine-Salmonellen-Verordnung zwingen die Betriebe, aktiv die Salmonellenbelastung im Betrieb zu reduzieren. Es gilt, die Ursachen für positive Befunde schnell aufzudecken und drohende Vermarktungsbeschränkungen abzuwenden, für Schlachtschweine genauso wie für Ferkel und Zuchtsauen. Diese Aufgabe verlangt spezielles Fachwissen über das Vorkommen und die Verbreitung von Salmonellen sowie über eine effiziente Beprobung und Bekämpfung in schweinehaltenden Betrieben.
Mit einem gemeinsamen Workshop der QS Qualität und Sicherheit GmbH und des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion e.V. am 18. Oktober 2007 in Kassel wurde ein Forum für den Erfahrungsaustausch für Experten geboten.



Im Rahmen eines Experten-Workshops am 18.10.2007 in Kassel wurde deutlich, dass die Salmonellenbekämpfung keine zeitlich begrenzte Maßnahme ist, sondern eine andauernde Herausforderung bleiben wird.
An dem vom Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) gemeinsam mit der QS-GmbH durchgeführten Workshop wirkten rd. 100 interessierte Teilnehmer aus den verschiedenen Stufen der Schweinefleischproduktion mit (Landwirtschaft, Tierärzteschaft, Schlachtung, Qualitätssicherung, Beratung, Wissenschaft, Verwaltung).

Als Ziel der Veranstaltung nannte der ZDS-Vorsitzende, Helmut EHLEN, die Auswertung der bisher im QS-Programm mit der Salmonellenüberwachung gewonnenen Erfahrungen und die Ableitung von Konsequenzen, die sich hieraus für eine effiziente Salmonellenbekämpfung in finanziell vertretbarem Rahmen ergeben.


Helmut Ehlen, ZDS-Vorsitzender
Helmut Ehlen, ZDS-Vorsitzender


Als zuständiger Referent im BMELV nahmen Dr. BÄTZA die von der EU vorgegebenen Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen im Geflügelbereich zum Anlass, künftige EU-Maßnahmen für den Schweinesektor zu skizzieren. Erster Schritt sei die Auswertung der in diesem Jahr in Schlachtbetrieben durchgeführten Prävalenzerhebung. Das Ergebnis bilde die Grundlage für künftige Bekämpfungsziele in den verschiedenen EU-Staaten. Im zweiten Schritt seien die EU-Mitglieder aufgefordert, Bekämpfungsprogramme vorzulegen und durchzuführen. Im kommenden Jahr (2008) werde eine Prävalenzerhebung im Zuchtbereich (in der Sauenhaltung) folgen, um später auch für diesen Sektor Bekämpfungsziele festzulegen. Dr. BÄTZA machte deutlich, dass die im Rahmen der Salmonellenverordnung und des QS-Programms durchgeführten Maßnahmen noch keine Bekämpfung im Sinne der EU-Vorgaben darstellen.

Salmonellenbekämpfung - Staatliche Maßnahmen (131,2 KB)

Dr. Hans-Joachim Bätza
Dr. Hans-Joachim Bätza, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)


Den Ausführungen von Thomas MAY von der QS-GmbH zufolge werden bereits 85 bis 90 % der deutschen Schlachtschweine im QS-Programm erfasst. Für 13.670 Betriebe liege eine Kategorisierung vor (82,5 % Kat.-I; 13,0 % Kat.-II; 4,5 % Kat.-III). Mit dem Inkrafttreten der Schweine-Salmonellenverordnung Anfang dieses Jahres sie das Interesse der Betriebe noch einmal deutlich gestiegen.

QS-Salmonellenmonitoring

Thomas May
Thomas May, QS Qualität und Sicherheit GmbH


Am Bespiel betroffener Betriebe wurde von Frau BODE (Schweinegesundheitsdienst) und Dr. ALHUSEN (Landwirt) eindrucksvoll berichtet, wie schwierig es ist, die Ursache für einen Salmonelleneintrag aufzudecken. So kann durchaus die Situation eintreten, dass die ursprüngliche Eintragsquelle (z. B. ein Salmonellennest im Futtermittellager) nicht identifiziert werden kann, weil sie nicht mehr existiert.
Trotzdem bleibt die Belastung im Betrieb erhalten, wenn die Zirkulation nicht durch eine konsequente, systematische Reinigung und Desinfektion unterbunden wird. Hierbei ist die Verbreitung über die Lüftung (Staub) genauso zu beachten, wie über Fliegen, die sich aus der Gülle infizieren.

Der Vortrag von Frau Bode stützt sich auf Daten ihrer Doktorarbeit, die kurz vor Beendigung steht. Die Folien können daher noch nicht gezeigt werden.
Interessenten setzen sich bitte direkt mit Frau Bode in Verbindung.

Wege zur Verbesserung der Tiergesundheit (1,28 MB)

Kerstin Bode
Kerstin Bode, Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen



Dr. Magnus Allhusen
Dr. Magnus Allhusen, Landwirt


Professor Blaha von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, machte anschaulich deutlich, dass die Überwachungs- und bekämpfungsmaßnahmen nicht statisch zu betrachten sind, sondern stark von der erreichten Prävalenz, also vom Grad der Salmonellenbelastung und des damit verbundenen Infektionsrisikos abhängen.

Frühzeitige Reaktionsmöglichkeiten der Betriebe als erstem Glied der Lebensmittelkette

Prof. Thomas Blaha
Prof. Dr. Thomas Blaha, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Außenstelle Bakum


Dr. SCHULTE-WÜLWER vom Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen informierte aus seiner langjährigen Erfahrung über mögliche Vorsorgestrategien gegen eine Salmonelleninfektion von Schweinebeständen. Insbesondere betonte er die Notwendigkeit, die Tiergesundheit zu stabilisieren und den Schweinen unnötigen Stress zu ersparen. Auf diesem Wege könne die Anfälligkeit der Tiere gegen Infektionen vermindert werden. Auch sei es wichtig, die Ergebnisse der Salmonellenüberwachung kontinuierlich zu beobachten, um rechtzeitig kritische Situationen erkennen und Maßnahmen einleiten zu können. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass es sich beim Monitoring um den Nachweis von Antikörpern handelt, woraus eine Zeitdifferenz von einigen Wochen (zwischen Infektion und Probenergebnis) resultiert.

Salmonellenbekämpfung: Vermeidungsstrategien (243 KB)

Dr. Josef Schulte-Wülwer
Dr. Josef Schulte-Wülwer, Landwirtschaftskammer Niedersachsen


Angesichts des Wissensvorsprunges der Geflügelwirtschaft im Bereich der Salmonellenbekämpfung konnte Dr. MISCHOK als tierärztlicher Geflügelexperte wertvolle Tipps einbringen. Dazu zählt in erster Linie die Feststellung, dass rd. 90 % des Salmonelleneintrags durch Verschleppung aus dem Stall- und Stallumfeld erfolgt. In diesem Zusammenhang erhält die Hygiene und die Schaffung einer Schwarz-Weiß-Zone im Stalleingangsbereich eine gravierende Bedeutung. Wichtig ist es, Haustieren und Schadnagern sowie Vögeln den Zugang zu den Ställen zu verwehren und bei Personen auf einen Stiefelwechsel zu achten. Hinzu kommt die Beseitigung potenzieller Salmonellenquellen im Stallumfeld, z.B. in den Bereichen Kadaverlagerung, Gülle- und Dunglagerung, Futterlagerung usw.

Erfahrungen aus der Geflügelwirtschaft (Teil I, 5,95 MB)

Erfahrungen aus der Geflügelwirtschaft (Teil II, 6,02 MB)

Dr. Dieter MIschok
Dr. Dieter Mischok, Fachtierarzt


Der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Fleischwirtschaft (VdF), Paul BRAND, gab den Teilnehmern einen Einblick in die Maßnahmen, die in der Schlachtung erforderlich sind und in modernen Betrieben bereits ergriffen werden, um das Risiko des Salmonelleneintrags sowie der Salmonellenverschleppung im Schlachtprozess zu minimieren. Im Wesentlichen gilt es, eine Verschleppung von einem Schlachtkörper zum anderen durch entsprechende Hygienemaßnahmen (jeweilige Reinigung und Desinfektion der Instrumente) zu unterbinden. Dies gelingt zum Teil durch die Automatisierung von Vorgängen, zum Teil durch eine konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen im Personalbereich mit entsprechender Personalschulung.

Vorsorgemaßnahmen der Schlachtbranche

Paul Brand
Paul Brand, Verband der Fleischwirtschaft (VDF)


In ihren Schlussfolgerungen aus Sicht der Tierärzteschaft und aus behördlicher Sicht hoben Dr. SCHEPERS (Bundesverband praktizierender Tierärzte) und Dr. ANHALT (Landwirtschaftsministerium Hannover) die große Bedeutung der Information und Bewusstseinsbildung bei allen Beteiligten hervor. Wichtig sei es, die Salmonellenbekämpfung als ganzheitliche Maßnahme für die gesamte Lebensmittelkette zu betrachten und nicht nur auf einzelne Segmente zu fokussieren. Eine besondere Bedeutung komme hierbei der jeweiligen Bewusstseinsbildung und der Zusammenarbeit aller Beteiligten zu. Auch sei zu beachten, dass die Voraussetzung für einen Erfolg der Maßnahmen darin liege, die Akzeptanz bei den Betroffenen zu gewinnen. Die Salmonellenbekämpfung im Sinne einer Verbesserung der Lebensmittelsicherheit können nur erreicht werden, wenn alle an einem Strang ziehen, in die gleiche Richtung!

Schlussfolgerungen aus der Sicht der beratenden Tierärzte (465 KB)

Dr. Jan Schepers
Dr. Jan Schepers, Bundesverband Praktischer Tierärzte (BPT)


Schlussfolgerungen aus behördlicher Sicht (92 KB)

Dr. Götz Anhalt
Dr. Götz Anhalt, ML Niedersachsen


Die in der Diskussion aufgeworfenen Kernfragen:
"Was kann die Impfung gegen Salmonellen leisten? Führt die Impfung mit SALMOPORC infolge der durch die Impfung erzeugten Antikörper zu einer Höherstufung im QS-Kategoriesystem? Welche Ergebnisse hat SALMOPORC bisher im Feld erzielt?" beantwortete Dr. Lutz Lauterbach, IDT Biologika GmbH.

Diskussionsbeitrag

Lauterbach Dr. Lutz
Dr. Lutz Lauterbach, IDT Biologika GmbH


Pressefotos können beim ZDS angefordert werden!


Kontakt:


Klemens Schulz
Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V.
Adenauerallee 174
53113 Bonn

Telefon: +49 (0) 228 91447 42
E-Mail: sk@zds-bonn.de
Internet: www.zds-bonn.de


Programm


QS-/ZDS-Workshop 'Salmonellenüberwachung/ -bekämpfung'


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