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12.08.2004

Europa: Zukunft der Märkte für tierische Produktion eher positiv


Die Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission hat die neue Ausgabe ihrer Reihe „Prospects for Agricultural Markets“ veröffentlicht. Der Textteil, die Tabellen und eine Präsentation können aus dem Internet herunter geladen werden.

Die Studie basiert auf den Anfang Juni 2004 bekannten Daten. Die hierfür verwendeten Modelle beschreiben die Entwicklung, die unter den gegebenen und erwarteten Rahmenbedingungen erwartet werden kann.

Hier die wichtigsten Aussagen:

1) Rind-/Kalbfleisch (Tabelle A.9)
  • Verbrauch hat sich fast vollständig von der BSE-Krise erholt
  • Zum ersten Mal seit 20 Jahren war 2003 der Verbrauch höher als die Produktion, das wird im gesamten Prognosezeitraum so bleiben. Demzufolge wird es keine neuen Interventionsbestände an Rindfleisch geben.
  • Kurzfristig könnte die Erzeugung noch leicht ansteigen (wg. des Wegfalls des OTMS im VK), ab 2006 ist jedoch mit einem Rückgang der Nettoerzeugung auf unter 7,9 Mio t zu rechnen.
  • Der Pro-Kopf-Verbrauch wird im Jahr 2011 bei 17,5 kg gesehen, das wären rund 100 g weniger als 2004. Interessanterweise erwartet die KOM in den 10 Beitrittsländern einen relativ stärkeren Rückgang des Verbrauchs (minus 2,7% auf 7,5 kg) als in der EU-15 (minus 1,0 % auf 19,4 kg).
  • die recht knappe Versorgung des Marktes dürfte eine feste Preistendenz zur Folge haben, was wiederum zu steigenden Importen führen könnte; im Zieljahr könnten diese 570.000 erreichen.
2) Schweinefleisch (Tabelle A.10)
  • Produktion steigt weiter, aber langsamer als in der Vergangenheit; 2001 könnte sie knapp 22,8 Mio t erreichen.
  • der Verbrauch nimmt ebenfalls zu (bis 2011 um gut 5 % auf knapp 21,5 Mio t); vor allem der Pro-Kopf-Verbrauch in den 10 Beitrittsländern soll ansteigen, und zwar um fast 9 % auf 54 kg! Dagegen wird für die EU-15 nur eine moderate Zunahme um knapp 2 % auf 44,5 kg prognostiziert.
  • nach etwas schwächeren Exporten in 2004 und 2005 soll die überschüssige Erzeugung vollständig in Drittländern abgesetzt werden können; die Ausfuhren könnten dann bis 2011 auf rund 1,35 Mio t zulegen.
3) Geflügelfleisch (Tabelle A.11)
  • Produktion und Verbrauch legen im Prognosezeitraum um 8 bis 9 % zu. Während die Erzeugung in der EU-15 nur um 3 % steigen soll, geht die KOM für die 10 Beitrittsländer von einer Zunahme um mehr als ein Drittel aus!
  • auch bei Geflügelfleisch erwartet die KOM eine stärkere Zunahme des PKV in den Beitrittsländern (plus 10 %) als in der EU-15 (plus 5 %).
  • Die Exporte der EU-25 werden ziemlich stabil bei 1 Mio t gesehen und die Einfuhren bei 540.000 t bis 580.000 t.
4) Schaf-/Ziegenfleisch (Tabelle A.13)
  • Produktion soll bis 2011 um rund 20.000 t auf 1,03 Mio t sinken
  • Verbrauch könnte im gleichen Zeitraum um rund 20.000 t auf 1,33 Mio t steigen
  • demzufolge dürften die Einfuhren um rund 40.000 t auf 300.000 t zulegen
5) Eier (Tabelle A.12)
  • Die Produktion in der EU-25 soll den Prognosen zufolge auf 6,4 Mio t steigen. Dabei dürfte die Erzeugung in der EU-15 nahezu unverändert bleiben und in den Beitrittsländern um 13 % auf 1,14 Mio t klettern.
  • Der Verbrauch wird 2011 bei 6,28 Mio t gesehen, im Vergleich zu 2003 wäre das ein anstieg um 2,6 %.
  • der Pro-Kopf-Verbrauch dürfte in den „alten“ EU-Ländern stabil bleiben oder leicht zurückgehen; in den Beitrittsländern wird hingegen eine Zunahme um mehr als 6 % auf über 14 kg erwartet.

Beurteilung der Studie durch ZDS-Außenstelle in Brüssel: Die Studie gibt interessante und hilfreiche Hinweise auf zukünftige Entwicklungen. Als Prognose ist sie jedoch nicht geeignet. Insbesondere die Projektionen für die neuen Beitrittsländer erscheinen nicht durchgängig plausibel. Eine seriöse Einschätzung dieser Märkte unter „EU-Bedingungen“ ist derzeit noch nicht möglich.


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