Erzeugergemeinschaften sind Rückgrat der Bauern

Auf dem VzF-Bauerntag in Verden hielten die Erzeugergemeinschaften - BauernSiegel Erzeugergemeinschaft Elbe-Weser w.V. (BEW), Bauernsiegelferkel-Erzeugergemeinschaft w.V. (BFEG) und die NordLand Zuchtschweine-Erzeugergemeinschaft w.V (NL) - ihre diesjährigen Versammlungen ab. Diese drei Erzeugergemeinschaften bilden neben dem VzF (Verein zur Förderung der bäuerlichen Veredelungswirtschaft e.V.) die Gesellschafter der VzF GmbH.
Erzeugergemeinschaften bilden ein starkes Rückgrat für eine qualitativ hochwertige Veredelungsproduktion. Über die Erzeugungs- und Qualitätsregeln, die sich die Bauern selbst geben, dokumentieren und garantieren sie den Qualitätsanspruch nach innen zu den Mitgliedern und nach außen zu den Kunden. Die Einhaltung gesetzlicher Standards gehört zur guten fachlichen Praxis und sind Teil des nationalen QS-Standards.
Der Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Conrad Welp, fasste in der gemeinsamen Sitzung aller VzF GmbH-Gesellschafter die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
In den drei Jahren seit der GmbH Erfolg mit Schwein-Gründung ist der integrative Teil über die Erzeugergemeinschaften erfolgreich mit freien Marktaktivitäten verknüpft worden. Von daher sind freie und vertraglich gebundene Produktion und Vermarktung keine Gegensätze, sondern ergänzen sich in hervorragender Weise, wobei ein Wettbewerb zwischen den Systemen sehr wohl die Kreativität und innovatives Handeln fördert. Dies hat eindeutig zu einer Verbesserung der Kundenzufriedenheit und zu einem überdurchschnittlichen Wachstum geführt.
In den vergangenen Jahren haben die Erzeugergemeinschaften als Träger der GmbH ihr Profil geschärft.
So hat die BEW im letzten Jahr ein speziell auf die Mitgliedsbetriebe entwickeltes Versicherungskonzept umgesetzt, das bestimmte anzeigepflichtige Tierseuchen umfasst und den Produktionsausfall regelt. Eingeschlossen ist der Tatbestand des Unfalls im Schweinebestand. Gerade das Thema Schweinepest und die sich daraus ergebenden enormen Finanzausfälle und das Wegbrechen ganzer Exportmärkte zwingt zur Vorsorge im Ernstfall. Erzeugergemeinschaften können in ihrer Solidarität und in überregionalem Ausgleich sehr schnell auf Tierseuchenszenarien reagieren und ihre Position als verlässliche Partner für Kunden und Lieferanten stärken. Da zwischenzeitlich bundesweit 22 Schlachtunternehmen beliefert werden und es eine Vielzahl unterschiedlichster Schlacht- und Abrechnungsmasken gibt, stellt die BEW ihren Mitgliedern detaillierte zeitnahe Analysen zur Verfügung, um dem Einzelbetrieb optimale Vermarktungswege aufzuzeichnen. 1,8 Mio. Datensätze ermöglichen eine Auswertung über Schlacht- und Fleischpartien sowie über die Vermarktungskosten. Bei systematischer Nutzung können durchaus 2 bis 4 Cent pro kg Schlachtgewicht realisiert werden.
Im Ferkelmarkt haben sich in den letzten Jahren grundlegende strukturelle Veränderungen in der Produktion und Vermarktung ergeben. Die genetischen Herkünfte haben an Vielzahl zugenommen, die Betriebe wachsen und die Ferkelimporte nehmen drastisch zu. Nur definierte Herkünfte mit klarem Produktions-, Vermarktungs- und Gesundheitsprofil sind vermarktungsfähig. Die Kennzeichnung erfolgt über eine Neuregelung der Ohrmarken. So steht die Ohrmarkenfarbe rot für die Herkunft BHZP, blau für DAN-Sau x db.77-Eber sowie gelb für die restlichen Herkünfte. Der Anteil BHZP-Ferkel in der BFEG beläuft sich auf 70 %. Auf dänischer Sauengrundlage werden 20 % der Ferkel vermarktet. Die Dänensauen werden von der VzF GmbH geliefert. Das vor zwei Jahren eingeführte Bonussystem findet in der Vermarktung großen Zuspruch. Der Ferkelpreis setzt sich aus der VzF-Notierung und dem Bonus zusammen, der sich nicht auf die Partiegröße bezieht, sondern auf die Jahresliefermengen. So gibt es eine klare Differenzierung in den Bestandsgrößen, und innerhalb der Bestandsgröße besteht nochmals eine Spreizung je nach Qualität und Leistung der Ferkel. Der eindeutige Vorteil gegenüber der partiebezogenen Vergütung liegt darin, dass Mengen nicht „zusammengekratzt“ werden oder Produktionsrhythmen angewandt werden, die gegen biologische Reproduktionssysteme oder Rein-Raus-Prinzipien arbeiten.
NordLand betreibt Vermehrungszucht im BHZP und ist Teil der neuen bundeseinheitlichen Zuchtunternehmensstrategie. In der Besamung hat das BHZP die regionale und nationale Position ausgebaut. Im Endproduktebersegment ist das einzige bundesweite Zuchtunternehmen führend, ebenso im Softwarebereich rund ums Schwein. Steigende Leistungen und eine neues Marktauftrittskonzept begleiten den positiven Trend. Mit Spannung wird die Einführung der neuen Hybridsau zur EuroTier 2010 erwartet. Die ersten Ergebnisse aus Testanpaarungen sind sehr vielversprechend.
Auch wenn generell die Marktdifferenzierungsmöglichkeiten für Erzeugergemeinschaften geringer geworden sind, bilden sie dennoch ein starkes Rückgrat für eine qualitativ hochwertige Veredelungsproduktion. Über die Erzeugungs- und Qualitätsregeln, die sich die Bauern selbst geben, dokumentieren und garantieren sie den Qualitätsanspruch nach innen zu den Mitgliedern und nach außen zu den Kunden. Die Einhaltung gesetzlicher Standards gehört zur guten fachlichen Praxis und sind Teil des nationalen QS-Standards. Ebenso haben unsere Landwirte eine Vielzahl von Auflagen einzuhalten. Sie alle haben für zusätzlichen Dokumentationsaufwand und in keinem Fall zu besseren Erlösen geführt, was vielfach versprochen wurde. Bestenfalls ist der Absatz von Fleisch für den Export stabilisiert worden. Initiativen und Pläne verschiedenster Seiten, Politik, Wissenschaft, Tierärzteschaft oder auch landwirtschaftlichen Organisationen, die einen deutschen Gesundheitspass für Ferkel fordern, sind ebenso unausgegoren und unnötig wie Tierschutzsiegel oder Welfarelabel. Die Fremdbestimmung der Landwirte und der organisierten Produktion muss verhindert werden. Auch die Gralshüter des Verbraucherschutzes sollten endlich erkennen, dass der Verbraucher Mehrkosten nicht bezahlen wird, schon gar nicht, wo er weiß, dass er mit seinen Steuern die Finanzlöcher des Staates mit stopfen muss. Spätestens dann wird der Aufschrei nach günstigen Lebensmitteln allerseits laut.
Die Position der organisierten Produktion wird durch die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) dargestellt. Sie hat die Aufgabe und Pflicht, in diesem Bereich stärker Profil zu zeigen. In der juristischen Integration der VzF GmbH werden 1.200 Mitglieder der Gesellschafter und insgesamt 3.000 Kunden betreut. Der Beratungsumfang beträgt 3,8 Mio. Schweine und 8.000 Bullen. Das Vermarktungssegment umfasst 20.000 Zuchtschweine, 1,5 Mio. Ferkel, 1,8 Mio. Schlachtschweine und 2.000 Bullen, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 170.000 Tieren.
In der VzF Süd GmbH in Reutlingen werden 250.000 Tiere zusätzlich gebündelt. Im QS-Bereich sind 1.500 Betriebe als Bündler oder Systemberater eingebunden. Über die VzF-Futtereinkaufsgemeinschaften werden 105.000 Tonnen Mischfutter und 6.000 Tonnen Mineralstoffe bezogen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen bezeichnete in ihrer Begrüßung die Zusammenarbeit zwischen der NieKE und dem VzF als hervorragendes Beispiel für gut funktionierende Netzwerke im Ernährungsbereich Niedersachsens. Dem VzF selbst sei es innerhalb von mehr als 40 Jahren gelungen, aus der Lüneburger Heide heraus eine starke bäuerliche Position in Niedersachsen aufzubauen und aus Niedersachsen heraus bundesweit tätig zu werden.
Kontakt
Dr. Conrad Welp
VzF GmbH Erfolg mit Schwein
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