Auf eine äußerst gelungene Premiere ihrer bundesweiten Eliteauktion für Zuchtschweine können die in der DHS (Deutsche Herdbuchzucht Schwein) organisierten Züchtervereinigungen zurückblicken: In der Holstenhalle in Neumünster (Schleswig-Holstein) wurden am vergangenen Donnerstag 47 Zuchteber für durchschnittlich 2650 € verkauft.
Mit der Gründung der DHS im Dezember 2008 hatten sich die angeschlossenen Züchtervereinigungen unter anderem für eine bessere Präsenz der Herdbuchzucht in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Mit der nun in Neumünster durchgeführten Veranstaltung, zu der der Vorsitzende des ausrichtenden Verbandes (SHZ), Carsten Rohwer, mehr als 200 Besucher aus der nationalen und internationalen (Schweiz, Österreich, Spanien, Belgien, Niederlande, Dänemark) „Schweinewelt“ begrüßen konnte, wurde ein erster wichtiger Schritt hierzu realisiert.
Das Auktionskontingent umfasste insgesamt 49 Eber aus 27 Zuchtbetrieben, verteilt auf 8 Züchtervereinigungen. 42 Eber gehörten der Rasse Piétrain an, 2 der Rasse Duroc, 3 der Deutschen Landrasse und 2 dem Deutschen Edelschwein/Large White. Stärkster Beschickerverband war der Schweinezuchtverband Baden-Württemberg (SZV) mit 14 Ebern, gefolgt von der Schweineherdbuchzucht Schleswig-Holstein (SHZ) mit 11 Tieren sowie der Erzeugergemeinschaft und Züchtervereinigung für Zucht- und Hybridzuchtschweine in Bayern (EGZH) mit 10 Ebern. Der Mitteldeutsche Schweinezuchtverband (MSZV) war mit 5 Tieren vertreten, der Verband der Schweinezüchter Hessen (VSH) mit 3 Ebern sowie der Landesverband Rheinischer Schweinezüchter (LRS), der Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost (HSZV) und der Verband für Schweineproduktion Rheinland-Pfalz-Saar (VSR) mit jeweils 2 Tieren.
Der Bewertungskommission, bestehend aus den Zuchtleitern Schuster (HSZV), Weber (SZV), Dr. Nibler (EGZH) und Dr. Bielfeldt (SHZ), stand die reizvolle Aufgabe zu, die besten Rassevertreter zu prämieren.
Als bester Large White-Eber wurde die Katalognummer 82 aus dem Zuchtbetrieb Tillig GbR (MSZV) ausgezeichnet, ein ausgesprochen korrekter und harmonischer Typeber. Als 1a Eber der Deutschen Landrasse setzte sich aus dem Zuchtbetrieb Lohr GbR (SZV) das jüngste Tier (Katalognummer 78) an die Spitze; dieser Eber wusste ebenfalls durch viel Rassetyp und Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Gesamtsiegereber über beide Mutterrassen wurde Katalognummer 82. Bei den Duroc-Endstufenebern hatte der Zuchtbetrieb Jürgen Rohwer (SHZ) mit seinem Eber Katalognummer 69 knapp die Nase vorn. Mit der Höchstnote prämiert wusste dieses Tier mit einem guten Fleischbildungspotenzial zu überzeugen. Bei den jüngeren Piétrain-Ebern führte kein Weg an Katalognummer 61 vorbei: Der mischerbig stressresistente Kronprinz-Sohn aus der Zuchtstätte Hermann (SZV) war für das noch junge Alter bereits bestens entwickelt. In der mittleren Alterskategorie feierte die Lohr GbR (SZV) mit ihrer Katalognummer 38 den Tagessieg: der reinerbig stressstabile Ebro-Sohn überzeugte die Richtkommission durch ein tadelloses Erscheinungsbild. Der Zuchtbetrieb Lippert (EGZH) stellte in der älteren Klasse den Siegereber: Katalognummer 11, ein reinerbig stressresistenter Maestro-Sohn, imponierte im mittleren Rahmen stehend durch enormes Fleischvolumen.
Unmittelbar vor der Vorstellung und Ehrung der Siegereber begrüßte der erste Sprecher der DHS, Hans-Benno Wichert, das Fachpublikum und stellte kurz die wesentlichen Ziele der DHS vor. Vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländlichen Raum in Schleswig-Holstein (MLUR) überbrachte der Referent für Tierzucht, Reinhard Brockhoff, die Grußworte der Landesregierung und wünschte den beteiligten Züchtern einen guten Marktverlauf.
Der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung war dann für alle Beteiligten ein großer Erfolg: 47 der 49 aufgetriebenen Eber konnten für durchschnittlich 2650 € vom Auktionator Karl-Dieter Fischer (SHZ) versteigert werden. 37 Eber werden zukünftig in deutschen Besamungsstationen, verteilt über das gesamte Bundesgebiet, zum Einsatz kommen. Die Schweinebesamung Oberösterreich ersteigerte 2 Eber, 8 Piétrain-Eber werden den Weg nach Spanien antreten.
Den Tageshöchstpreis von 6500 € erzielte der Siegereber der jungen Piétrain-Altersklasse, Katalognummer 61 aus dem Zuchtbetrieb Hermann (SZV). Dieser Spitzeneber wird zukünftig auf einer Besamungsstation des SZV zum Einsatz kommen. Als zweitteuerster Eber wechselte Katalognummer 35 (Lohr GbR, SZV) für 6100 € in eine spanische KB-Station, weitere 4 Piétrain-Eber konnten die 5000 €-Marke übertreffen. Die jeweils teuersten Eber der anderen Rassen erlösten 2000 € (Duroc), 2100 € (Deutsche Landrasse) sowie 2800 € (Deutsches Edelschwein/Large White).
Im Rahmen eines gemeinsamen Züchterabends ließen alle beteiligen Züchtervereinigungen gemeinsam mit den Kunden und weiteren Gästen die Veranstaltung ausklingen. Einhelliger Tenor war: Die Deutsche Herdbuchzucht Schwein hat sich mit der angebotenen Tierqualität und einer bestens organisierten Veranstaltung eindrucksvoll und nachhaltig präsentiert.
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