Eine aktuelle Stellungnahme der europäischen Vereinigung von Veterinäranästhesisten führt zu dem Ergebnis, dass die C02-Betäubung von Ferkeln zum Zwecke der Kastration aus Tierschutzgründen weder geeignet noch zu empfehlen ist. Grundlage dieser Stellungnahme sind verschiedene wissenschaftliche Studien.
Bereits im Vorfeld der Einführung dieser Methode zur Saugferkelbetäubung 2008 in den Niederlanden hat es heftige Expertenkritik gegeben. Auf Druck der Tierschutzlobby fühlte sich die niederländische Wirtschaft jedoch gezwungen, schnell eine Alternativlösung (mit Betäubung) zur traditionellen Form der Ferkelkastration zu präsentieren.
Leider ist das Verfahren zu schnell als praxistauglich und tierschutzgerecht präsentiert sowie vom Lebensmittelhandel als Anforderung an die Schweinefleischerzeuger aufgegriffen worden.
Die deutschen und dänischen Schweinehalter wollen diesen Fehler nicht wiederholen.
Nachdem sich bereits die
Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) gegen eine weitere Alternative in Form des Gases Isofluran als Betäubungsmittel in der Schweineproduktion ausgesprochen haben, unterstreicht diese aktuelle AVA-Stellungnahme die Wichtigkeit wissenschaftlicher Absicherung.
In Deutschland und Dänemark sind verschiedene Forschungsvorhaben angestoßen worden, um Alternativen zur herkömmlichen Methode wissenschaftlich bewerten und in der Praxis testen zu können. In Deutschland wird der völlige Verzicht auf die Kastration, also die Jungebermast, angestrebt. Letztlich kommen aber nur solche Alternativen in Frage, die praktikabel sowie für Tier und Mensch sicher sind.
Bis zur Verfügbarkeit einer praxistauglichen, tiergerechten Alternative haben sich die deutschen und dänischen Schweinehalter für eine
Schmerzbehandlung mit Entzündungshemmern ausgesprochen.
Die für die Jungebermast erforderliche Forschung wird
auf QS-Ebene koordiniert und forciert. Die allgemeine Praxisreife ist noch nicht absehbar.