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03.12.2009

C02-Betäubung für Ferkel nicht geeignet

Eine aktuelle Stellungnahme der europäischen Vereinigung von Veterinäranästhesisten führt zu dem Ergebnis, dass die C02-Betäubung von Ferkeln zum Zwecke der Kastration aus Tierschutzgründen weder geeignet noch zu empfehlen ist. Grundlage dieser Stellungnahme sind verschiedene wissenschaftliche Studien.
Bereits im Vorfeld der Einführung dieser Methode zur Saugferkelbetäubung 2008 in den Niederlanden hat es heftige Expertenkritik gegeben. Auf Druck der Tierschutzlobby fühlte sich die niederländische Wirtschaft jedoch gezwungen, schnell eine Alternativlösung (mit Betäubung) zur traditionellen Form der Ferkelkastration zu präsentieren.
Leider ist das Verfahren zu schnell als praxistauglich und tierschutzgerecht präsentiert sowie vom Lebensmittelhandel als Anforderung an die Schweinefleischerzeuger aufgegriffen worden.

Die deutschen und dänischen Schweinehalter wollen diesen Fehler nicht wiederholen.

Nachdem sich bereits die Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) gegen eine weitere Alternative in Form des Gases Isofluran als Betäubungsmittel in der Schweineproduktion ausgesprochen haben, unterstreicht  diese aktuelle AVA-Stellungnahme die Wichtigkeit wissenschaftlicher Absicherung.

In Deutschland und Dänemark sind verschiedene Forschungsvorhaben angestoßen worden, um Alternativen zur herkömmlichen Methode wissenschaftlich bewerten und in der Praxis testen zu können. In Deutschland wird der völlige Verzicht auf die Kastration, also die Jungebermast, angestrebt. Letztlich kommen aber nur solche Alternativen in Frage, die praktikabel sowie für Tier und Mensch sicher sind.

Bis zur Verfügbarkeit einer praxistauglichen, tiergerechten Alternative haben sich die deutschen und dänischen Schweinehalter für eine Schmerzbehandlung mit Entzündungshemmern ausgesprochen.

Die für die Jungebermast erforderliche Forschung wird auf QS-Ebene koordiniert und forciert. Die allgemeine Praxisreife ist noch nicht absehbar.

AVA statement on castration of pigs under CO2 anaesthesia

Selected References


  1. Kohler et al. (1988) "Inhalation anaesthesia for the castration of piglets: CO2 compared to halothane" Zentralbl Veterinarmed A.45(10):625-33
  2. Svendsen (2006) "Castration of piglets under carbon dioxide (CO2) anaesthesia" Journal of Veterinary Pharmacology & Therapeutics, Volume 29, Supplement 1, pp. 54-55
  3. Kluivers-Poodt et al (2007) Animal Science Group Report 85 "Castration under anaesthesia and/or analgesia in commercial pig production" (2007)
  4. Mühlbauer et al (2009) Investigation about CO2 gas anaesthesia as a alternative option for piglet castration without anaesthesia (in German) Praktischer Tieratzt 90:5,460-464


Siehe auch:


QS-Koordinierungsplattform zum Verzicht auf Ferkelkastration nimmt Arbeit auf


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