Berechnung des Energiegehaltes in Einzelfuttermitteln
Seit dem 01.09. gilt eine neue Schätzformel zur Schätzung der ME in Mischfuttermitteln für Schweine. Laut Bundesgesetzblatt vom 29.7.2010 (§ 13) ist die Formel nur für Mischfutter anzuwenden. Diese Umstellung hat bei einigen Untersuchungseinrichtungen und Praktikern zu Irritationen hinsichtlich der zukünftigen Schätzung des Energiegehaltes von Einzelfuttermitteln geführt. Dabei gibt es für die Schätzung des Energiegehaltes von Einzelfuttermitteln überhaupt keine gesetzlichen Vorgaben.
Allerdings hat die GfE für die Berechnung des Energiegehaltes in Einzelfuttermitteln (EFF) 2006 empfohlen, folgende Formel anzuwenden:
| MJ ME/kg (EFF): |
|
0,0205 |
x |
verdauliches Rohprotein (g/kg) |
|
+ |
0,0398 |
x |
verdauliches Rohfett (g/kg) |
|
+ |
0,0173 |
x |
Stärke (g/kg) |
|
+ |
0,0160 |
x |
Zucker (g/kg) |
|
+ |
0,0147 |
x |
(verd. organische Substanz – verd. Rohprotein – verd. Rohfett – Stärke – Zucker) (g/kg) |
"Ein Vergleich der alten sowie neuen Energiegehalte von Futtermischungen, mit den Gehalten nach der Gleichung für die Einzelfuttermittel („Referenzformel“), zeigt eine bessere Übereinstimmung der neuen Energiewerte als mit den Werten nach bisheriger Formel", hat Dr. Gerhard Stalljohann, Fütterungsexperte der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nachgerechnet.
Dieses lässt den Schluss zu, dass mit der nun geltenden Mischfutterformel eine genauere Energieschätzung und demzufolge sicherlich auch genauere Futterzuteilung bzw. Leistungsvorhersage möglich wird.
Andererseits wird in vielen Fällen aus pragmatischen Gründen die Energieberechnung von Einzelfuttermitteln auch mit der Mischfutterformel vorgenommen – insbesondere für solche Einzelkomponenten für die keine Verdaulichkeitswerte der Rohnährstoffgehalte vorliegen.
Energiegehalte von Einzelkomponenten können bei vorliegenden Verdaulichkeiten für die enthaltenen Einzelnährstoffe mit der Einzelfutterformel berechnet werden und können für einen Einzelkomponentenvergleich hilfreich sein – aus pragmatischen Gründen sollten Einzelkomponenten aber mit der neuen Mischfutterformel gerechnet werden, weil sie letztendlich in Mischungen eingesetzt werden.
Kontakt
Dr. Gerhard Stalljohann
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Referat 33 - Tierproduktion
Referent für Fütterung Schweine, Pferde und Geflügel
Nevinghoff 40
48147 Münster
Tel.: 02 51 / 23 76- 8 60
Fax: 02 51 / 23 76- 8 69
Mobil: 01 60 / 93 83 06 66
E-Mail: gerhard.staljohann@lwk.nrw.de
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