28.03.2011RSS Feed

Wie sinnvoll sind regionale Herkunftszeichen?

Die Auslastung der Produktions- und Transportmittel ist entscheidend für den Energieverbrauch und ist unmittelbar mit der Betriebsgröße verknüpft. Das ist ein Ergebnis des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Forschungsprojektes zum Thema Vergleichende Ermittlung des Energieumsatzes der Lebensmittelbereitstellung aus regionalen und globalen Prozessketten am Institut für Haushaltstechnik der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Regionale Klein- und Kleinstbetriebe können danach energetisch bei weitem nicht mit größeren Betrieben konkurieren. Nur wenn eine effiziente Mindestgröße vorliege, könne zu Recht von Lebensmitteln mit hoher ökologischer Qualität gesprochen werden, heißt es in dem Ergebniszusammenfassung der schon etwas zurückliegenden Untersuchung.

Hiermit wird nicht nur die landläufige Meinung in Frage gestell, regionale Lebensmittel verursachten weniger Energieverbrauch für die Distribution, sondern wird auch die Einführung regionaler Herkunftszeichen für Lebensmittel in ein neues Licht gerückt.

Den Untersuchungsergebnissen des DFG-Projektes zufolge können Fruchtsäfte aus der Region, die in der Region vermarktet werden, unter Einbeziehung aller Transportaufwendungen pro Liter bis zu achtmal mehr Energie verbrauchen als Fruchtsäfte, deren Rohstoffe rund 10.000 km weit transportiert werden. Lammfleisch aus der Region kann einschließlich aller regionalen Transporte dreimal mehr Energie pro Kilogramm erfordern, als Lammfleisch aus Neuseeland, das per Schiff und LKW über eine Entfernung von rund 14.000 km weit transportiert wird.

Elmar Schlich, Professor am Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität, spricht in diesem Zusammenhang von Ecology of Scale. Er weist darauf hin, dass sich Lebensmittel in dieser Frage nicht prinzipiell von anderen Gütern unterscheiden. Niemand käme auf die Idee, eine generelle Regionalität im Non-Food-Bereich zu fordern.


Die vorliegenden Forschungsergebnisse wurden inzwischen international publiziert und wissenschaftlich anerkannt. Derzeit arbeitet das Gießener Institut an der Ermittlung der optimalen Betriebsgröße Milchvieherzeugung, nachdem für Rindermast eine optimale Größe von 300 Stück Mastvieh ermittelt wurde (die Zahlen varieren u.a. in Abhängigkeit von Energie- und Futterkosten).

Zusammenfassung DFG-Bericht

Kurzfassung

Ecology of Scale - Google-Suchergebnis


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