24.03.2016RSS Feed

Was ist Massentierhaltung?

Lt. der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) versteht man unter Massentierhaltung jene Tierhaltungssysteme, in denen weniger als 10 % der Futtertrockenmasse dem eigenen Betrieb entstammt und in denen die Besatzdichte 10 Großvieheinheiten pro Hektar betrieblicher landwirtschaftlicher Nutzfläche übersteigt (FAO: ANIMAL PRODUCTION AND HEALTH PAPER NO. 127. Danach gibt es in der europäischen Union keine Massentierhaltung. In Deutschland liegt der Mittlere Viehbesatz bei rd. 0,7 Großvieheinheiten. In der öffentlichen Meinung kommen aber selbst die bäuerlichen Familienbetriebe nicht gut weg. Dabei sind die Anforderungen an solche Betriebe hoch und die Vorgaben zum Tierschutz beziehen sich auf das Einzeltier, nicht auf den Betrieb. Daher hat sich auch der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung gegen diesen Begriff ausgesprochen.
Dank großer Fortschritte in Tierzucht und Managemetn sinken die Tierbestände und die sog. Treibhausgasemissionen ebenfalls, anders als vom Umweltbundesamt behauptet. Im letzten Jahr allerdings ist wirklich ein leichter Anstieg zu verzeichnen, bei gleichzeitig steigender Ökofläche. Ob hier ein Zusammenhang besteht ist völlig ungewiss. Zwar errechnete eine britische Ökobilanzierung für einige landwirtschaftliche ökologische Produkte ein höheres Treibhausgaspotenzial pro Ertragseinheit als bei vergleichbaren konventionell erzeugten Produkten; tatsächlich dürfte das aber nicht der Grund für den Anstieg sein. Unstrittig dagegen ist, dass lt. FAO Emissionsreduktionen eher bei intensiven Systemen zu erwarten sind, als bei extensiven. Daher stößt die Forderung nach 20 % Ökolandbau, wie es derzeit auch im Klimadialog 2050 empfohlen wird, auf weltweit großes Unverständnis.

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