14.01.2016RSS Feed

Verfütterungsverbot von Lebensmittelresten ist Ressourcenverschwendung

Derzeit landen Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Lebensmittel, die früher auch in der Nutztierhaltung eingesetzt wurden und damit einer sinnvollen Veredlung zugeführt wurden. Die Anforderungen waren hoch: eine Verwertung war erst nach Drucksterilisation und Erhitzung erlaubt. Wurden diese Anforderungen nicht erfüllt, stieg das Risiko einer Seuchenverschleppung, insbesondere das der Schweinepest. Einige Seuchenausbrüche der letzten Jahrzehnte sind eindeutig auf diesen Eintragsweg zurückzuführen. Die wirtschaftlichen Schäden waren enorm, so daß sich die EU-Kommission aufgrund einer Nutzen-Kostenabwägung letztlich gegen den Einsatz ausgesprochen hat.
Wissenschaftler haben jetzt nachgerechnet, dass durch den kontrollierten Einsatz fast 1,8 Mio. Hektar Ackerfläche eingespart werden könnten. Fläche, die angeblich für andere Ackerfrüchte zur Verfügung stände. Theoretisch stimmt das, tatsächlich ist diese Argumentation aber nicht schlüssig. In der Praxis bestimmen Angebot und Nachfrage sowie die gute fachliche Praxis (Fruchfolgewechsel, Bodenqualität, Nährstoffverfügbarkeit) über die Aussaat von Pflanzen. Freiwerdende Futterfläche kann also nicht automatisch für Marktfrüchte genutzt werden, genauso wenig, wie eine vegetarische Ernährung zu weniger Hunger in der Welt führt.
Außerdem behaupten die Wissenschaftler in einer soeben erschienenen Publikation, dass trotz des EU-Verbotes weiterhin Lebensmittelabfälle unkontrolliert verfüttert würden, weil Kontrollen nicht greifen. Das EU-Verbot aus dem Jahr 2003 sei daher dringend zu überdenken.

Quelle: Food Policy, 2015; doi: 10.1016/j.foodpol.2015.11.001

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