07.10.2015RSS Feed

Treibhausgasemissionen steigen durch Abluftreinigung

Die Länder Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben per Erlass die Regelungen zur Abluftreinigung in Tierhaltungsanlagen verschärft. Die Auflagen sind umstritten. Nicht nur weil ein Risikopotential unterstellt wird, das juristisch kaum Bestand hat, sondern auch, weil der Stand der Technik angezweifelt wird und die Inbetriebnahme sowie der nachträgliche Einbau unwirtschaftlich ist und damit viele landwirtschaftliche Betriebe zur Aufgabe zwingt.
Berechnungen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie stellen die Wirtschaftlichkeit gänzlich in Frage. Der Energieaufwand und die damit verbundenen Emissionen für den Betrieb einer Reinigungsanlage, seien um ein Vielfaches größer, als die Emissionseinsparung auf dem Betrieb.

Für den Betrieb von  Abluftreinigungsanlagen  wird  die  Emission  von  CO2  demnach  allein  durch  den  zusätzlichen Strombedarf um 27,4 kg/(TP*a) erhöht. Die Treibhausgas-Bilanz fällt mit einem Mehrausstoß von 16,8 kg CO2-Äquivalenten allein bei Betrachtung der eingesetzten Elektroenergie deutlich negativ aus!

Anm. d. Red.: Man hat den Eindruck, dass hier die Fehler des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG) wiederholt werden. Was gut gemeint war und den Anteil erneuerbarer Energien mit Unterstützung der Landwirte ausbauen half, erwies sich durch Nichtberücksichtigung der Gärreste negativ für die Düngebilanz und die Umwelt. Durch Überarbeitung des EEG wurde hier zwar nachgebessert; gleichzeitig wurde durch Änderung der garantierten Abnahmevergütung der Schutz bestehender Anlagen massiv in Frage gestellt. Dagegen wird jetzt von Seiten der Biogasbranche geklagt.

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