26.06.2015RSS Feed

Glyphosat in Muttermilch: Risiko oder nur Verunsicherung?

Wer hat Angst vor Glyphosat? Offensichtlich ziemlich viele Menschen, seit das Herbizid als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wurde und sich damit einreiht in eine Liste von Stoffen, denen dieses Risiko auch zugeschrieben wird, wie z.B. alkoholischen Getränken, Abgasen von Diesel-Motoren, Emissionen von Kohleöfen, die im Haus betrieben werden, bestimmte Östrogen-betonte Wechseljahres-Therapien, Sonneneinstrahlung, Holzstaub, Tabak und Tabakrauch, Sonnenbänke, Ruß, nach chinesischer Art gesalzener Fisch.

So mancher Verbraucher hat diese Meldung zum Anlass genommen, selber zu recherchieren. Dabei kamen teilweise interessante Hintergrundinformationen zum Vorschein, die man in den Medien nicht finden konnte. Allein das Bundesamt für Risikoforschung hat eine ernst zunehmende Stellungnahme veröffentlicht.

Jetzt machen Glyphosatrückstände in Muttermilch von sich Reden. Die Untersuchung soll von Bündnis90/Die Grünen veranlasst worden sein und prompt werden die Ergebnisse durch das mediale Dorf getrieben. Dabei sind solche Funde Dank moderner Analytik wahrscheinlich nicht seltener als Dioxinfunde in Muttermilch. Dazu hört man seltsamerweise kaum etwas. Nur, wenn wieder einmal Eier aus Freilandhaltung bestimmte Grenzwerte überschreiten. Die letzte Warnmeldung stammt vom 24.06.
Immerhin tun sich die Probennehmer der Muttermilch mit Aussage zum Gesundheitsrisiko schwer. Das könnte u.U. daran liegen, dass Glyphosat nicht verstoffwechselt, sondern mit Urin und Stuhl ausgeschieden wird?

Dr. Ron Kleinmann, Professor der renommierten Harvard Medical School, hat sich bereits 2014 getraut, bei vergleichbaren Funden in Amerika Entwarnung zu geben. Das BfR hat umgehend reagiert und bereits methodische Zweifel geäußert. Stellt sich nur die Frage, ob die Funde das Aus für die sog. Stillbörsen ist?

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