Aktuelles

01.03.2017

Nitratbericht: Top agar rechnet nach

Nitratfakten (DBV) In der aktuellen Ausgabe von top agrar 3/2017 wird ab Seite 58 dem Nitratbericht von den Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft auf den Zahn gefühlt. Unter anderem ergibt die Überprüfung: Wäre die Verteilung der Landnutzungsarten im EUA-Messnetz repräsentativ berücksichtigt, läge der Anteil der belasteten Messstellen vermutlich nicht bei 18%, sondern bei 13,5%. Unsere Berechnung hierzu finden Sie hier . Weil es weitere Fehlerquellen gibt, die sich nicht genau beziffern lassen, liegt der wahre Wert vermutlich deutlich unter 13,5 %.
 

01.03.2017

Einsatz von Nematoden / Fadenwürmern im Maisanbau

Die e-nema GmbH hat sich auf die industrielle Produktion von Mikroorganismen und Nematoden in Bioreaktoren spezialisiert. Angefangen hat das Unternehmen 1997 mit der Produktion von Heterorhabditis bacteriophora, einem insektenpathogenen Fadenwurm, in einem 500 Liter Bioreaktor. Inzwischen produziert das Unternehmen regelmäßig verschiedene Nematoden- und Bakterienarten sowie diverse Hefen und Pilze in Bioreaktoren mit Kapazitäten bis zu 60.000 Liter.
Darunter auch ein Produkt, das bei der Maisaussaat ausgebracht wird und den Maiswurzelbohrer bereits im Larvenstadium bekämpfen soll. Dabei handelt es sich nach Herstellerangaben um insektenpathogene Nematoden (Fadenwürmer) der Art Heterorhabditis bacteriophora.
 

27.02.2017

Westpol: Landwirtschaft kann sich grundlegend verändern, wenn ....

In der Bauerschaft gärt es - und nicht erst seit die Bundesumweltministerin mit einer umstrittenen Plakatkampagne auf die Missstände in der Agrarbranche aufmerksam gemacht hat, leitet Westpol (WDR) einen Film mit dem Titel Öko-Bauer trifft konventionellen Landwirt ein, der am 26. Februar ausgestrahlt wurde und noch in der Mediathek zu sehen ist. Die Redaktion lässt zwei Bauern zu Wort kommen, den Biobauern Bernd mit Kuhhaltung und den konventionellen Landwirt Holtkötter mit Schweinehaltung. Das Fazit: beide Bauern wollen von ihrem Betriebleben und möchten das erzeugen, was der Verbraucher will und bezahlt. Das Thema wurde am 22.02. auch beim NDR behandelt. Der Sender hat hierfür den Schweinehalter Stefan Teepker besucht.
Derzeit liegt der Bioanteil für Schweinefleisch bei 1,5 %, der für Biomilch bei 3 %. Und es sieht nicht so aus, als wenn sich das so schnell ändern würde. Die Hoffnung vieler Landwirte ist die Sozialisierung des Umbaus wie bei der Energie, denn freiwillig werden deutsche Verbraucher den Wandel nicht bezahlen.
 

27.02.2017

"Die Produktion von Futter blockiert zwei Drittel der Agrarfläche"

EU.L.E (c) Flächennutzung Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über den Einfluss unserer Ernährung auf das Klima und die Welternährung philosophiert wird? Wozu, wenn es dazu auch Fakten gibt? Deutsche Verbraucher gefährden mit ihren Ernährungsgewohnheiten nicht das Klima. Außerdem ist eine steigende Weltbevölkerung darauf angewiesen, auch die landwirtschaftliche Fläche zu nutzen, die nicht für den Anbau von Getreide, dafür aber durch Tiere genutzt werden kann.
Das gilt übrigens auch für vegetarische oder vegane Ernährung.
 

27.02.2017

USA ist wichtigster Kunde für Europas Agrarprodukte

Handelsabkommen haben dazu beigetragen, die Ausfuhren von EU-Agrarerzeugnissen zu fördern, und Arbeitsplätze in der Ernährungswirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen gesichert; dies ist das Ergebnis einer neuen, im Namen der Kommission durchgeführten unabhängigen Studie. Dabei wurden die Handelsabkommen mit drei Ländern, Mexiko, Schweiz und Südkorea, eingehend untersucht.
In der Studie wird aufgezeigt, dass die Abkommen in beiden Richtungen zu mehr Handel beigetragen haben, also mehr aus der EU exportiert und mehr aus diesen drei Ländern importiert wurde, wodurch sich die Angebotspalette bei Lebensmitteln für die Verbraucher und Unternehmen in der EU vergrößert hat.
Laut der Studie hat dieser Importzuwachs kaum Auswirkungen auf die Erzeugung innerhalb der EU. Vielmehr werden hierdurch hauptsächlich Einfuhren aus anderen Drittländern ersetzt oder ein Anstieg des Verbrauchs in der EU gedeckt.
 

27.02.2017

Urs Niggli "wirbt" im Greenpeace-Magazin für einen differenzierten Blick auf neue Gentechnik-Methode.

Die sog. Genchirurgie verändere die Debatte über Risiken und Chancen der Eingriffe ins Erbgut, heißt es im Vorwort zu einem Interview mit dem Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), Urs Niggli. Im aktuellen Greenpeace-Magazin wirbt der Forscher für einen differenzierten Blick auf die neue Methode.​ Damit steht er nicht allein. Auch Hanno Schäfer, Professor für Biodiversität der Pflanzen an der TUM, vertritt die These, dass Ökologie und grüne Gentechnik sich prinzipiell nicht ausschließen. Auch in Amerika diskutiert man den Einsatz der neuen Technik im Ökosektor ganz offen.
 

27.02.2017

Drachenblut hilft gegen Antibiotikaresistenzen

Es hört sich an wie im Märchen, aber der Komodowaran oder Komododrache (Varanus komodoensis) scheint in seinem Blut Substanzen zu enthalten, die gegen Multiresistente Bakterien wirken könnten. Tatsächlich geht es um die sog. CAMPs - kationische antimikrobielle Peptide - und obwohl viele Lebewesen (einschließlich Menschen) Versionen von diesen haben, haben Komodo Drachen 48, wobei 47 von ihnen stark antimikrobiell wirken.

Quelle: Discovery of Novel Antimicrobial Peptides from Varanus komodoensis (Komodo Dragon) by Large-Scale Analyses and De-Novo-Assisted Sequencing Using Electron-Transfer Dissociation Mass Spectrometry
 

24.02.2017

"Vorsorgen" sollen immer die anderen: wie das Vorsorgeprinzip politisch missbraucht wird

Schäden für Mensch und Umwelt sollten im Voraus vermieden werden. Das gilt für Unternehmensentscheidungen ebenso wie für Gesetze. Deshalb muss für jedes Gesetz eine sozioökonomische Folgenabschätzung vorgelegt werden. Fast immer. Bei der Änderung des Tierschutzgesetzes hat die Bundesregierung geschludert. Ensprechend positiv fiel der Evaluierungsbericht zum Ausstieg aus der Kastration aus - nachdem er 10 Jahre zu spät nachgereicht wurde. Die Einschätzung der Wirtschaft liest sich indes ganz anders. Sie orientieren sich an der Praxis und der Machbarkeit. 

Der Wissenschaftsredakteur Johannes Kaufmann behauptet im Internetportal Salonkolumnisten gar, dass das Vorsorgeprinzip häufig nur dann herangezogen wird, wenn es sich gegen unliebsame Innovationen in Stellung bringen lässt. Den Eindruck haben die Deutschen Schweinehalter vor dem Hintergrund des näher rückenden Ausstiegsdatums für die Kastration auch. Es fehlt am politischen Willen, den sich abzeichnenden Strukturwandel in der Schweinehaltung durch alternative Lösungen aufzufangen, heißt es in Fachkreisen. Indes bringen sich die europäischen Wettbewerber bereits in Stellung. Deren Exporte nach Deutschland florieren.
 

24.02.2017

"Regional" ist nicht das neue "Bio"

Immer wieder liest man, dass der Trend zu regionalen Waren, den Trend der steigenden Bionachfrage abgelöst haben soll. Dabei werden Produkte aus der Region gerne mit Hinweisen auf die Schonung des Klimas beworben. Dahinter steckt die Annahme, dass kurze Transportwege das Klima durch weniger C02-Ausstoß auch weniger belasten. Das kann man so nicht stehen lassen. Die Betriebsgröße scheint viel wichtiger für die C02-Bilanz zu sein. Zur Herstellung einer bestimmten Menge an Lebensmitteln benötigt ein größerer Betrieb z. B. sehr viel weniger Energie als mehrere Kleinbetriebe für dieselbe Menge benötigen würden. (Ecology of Scale).
Es gibt viele gute Gründe für die Nachfrage nach regionalen Produkten (Unterstützung der heimischen Wirtschaft, Frische, Rückverfolgbarkeit, Produktqualität), aber eben nicht unbedingt die Klimaentlastung. Johann Kirchinger, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Historische Theologie/Mittlere und Neue Kirchengeschichte der Universität Regensburg und selbständiger Landwirt in Holztraubach wagt daher eine ungewöhnliche These: Es gibt zu viele Landwirte. Mit der Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft würden keine ökologischen Probleme gelöst, sondern verschärft. Die Süddeutsche Zeitung hat seine Einschätzung am 22.02.2017 unter dem Titel "Die Mär vom Bauern" veröffentlicht. Die Kritik wird vermutlich nicht lange auf sich warten lassen. Aber: Selbst im Biolandbau scheinen Betriebsobergrenzen kein Thema mehr zu sein? Welche weiteren Spannungsfelder sich zwischen Regional, Bio und Klima auftun, zeigt eine Einschätzung des Instituts für Klimafolgenforschung in Potsdam: danach müsste der internationale Handel aus Klimaschutzgründen dringend ausgebaut werden.
 

24.02.2017

Gute Meldungen aus dem aktuellen Nitratbericht Niedersachsen

In den letzten Tagen wurde der aktuelle Nährstoffbericht für Niedersachsen vorgelegt. Von den 1. 686 offiziellen Messtellen, die in Niedersachsen für die Ermittlung der Nitratwerte genutzt werden, berücksichtigt der Bericht nur die Messtellen, die über 5 mg Nitrat auswiesen. Das sind 689 Messstellen. Die restlichen 997 werden bei der Berechnung von Über- und Unterschreitungen nicht berücksichtigt (S. ff 99-101). 49 oder 2,9 % der Messstellen in Trinkwassergewinnungsgebiete weisen bei einem Gehalt von über 50 mg/l Nitrat eine steigende Tendenz auf. Weitere 113 Messtellen wiesen stagnierende und 42 Messtellen fallende Nitratwerte auf. Insgesamt wiesen 12 % aller Messtellen einen erhöhten Nitratgehalt über 50 mg/l auf. Der Grenzwert für Nitrat wurde im Jahr 1986 von 90 mg/l auf 50 mg/l gesenkt.
In der dazu veröffentlichten Pressemeldung wird erstmals auf die Bedeutung der  Gärreste aus Biogasanlagen für mögliche Nährstoffeintrage verwiesen.Wer die Werte einordnen möchte, sollte sich auch den Grundwasserbericht anschauen. Dort wird auf die Rolle der Böden für Nitrateinlagerungen eingegangen. Wer es noch genauer wissen will, findet ggfs. auf der Facebookseite Nitratbelastung in Deutschland -  Umweltschäden durch Tierhaltung? weitere Informationen und kann die Werte diskutieren.

 

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