05.02.2016RSS Feed

"Gut" und "böse" haben in Ernährungsempfehlungen nichts verloren

Der Bonner Ernährungswissenschaftler Peter Stehle macht im Interview mit dem Bonner "General-Anzeiger" (GA) auf die Schwierigkeit aufmerksam, aus sog. Beobachtungsstudien Ernährungsempfehlungen abzuleiten. Damit ist der Professor seinen Kollegen, die mit unseriösen Empfehlungen mehr verunsichern, als aufklären, weit voraus. Dazu kommt, dass sich vermeintliche Risiken mit der Zeit allzu häufig als Schwindel herausstellen. Man denke an die Cholesterin- oder Fettlüge. Ernährungsforschung ist komplex und schwierig, es kann kein schwarz und weiß geben, stellt der Wissenschaftler im Interview fest. Stehle gehört auch zu den Experten, die sich über die Monographie der WHO zum Krebsrisiko durch Fleischverzehr aufregt: Das macht man nicht, denn es fehlen eindeutige Belege, vor allem hinsichtlich der Mengen, wird er im GA zitiert.
Nur bei einer Aussage zum tatsächlichen Fleischverzehr irrt Stehle: aus der Nationalen Verzehrsstudie II geht eine durchschnittliche Zufuhr von Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnissen von im Mittel 103 g/Tag bei Männern und bei 53 g/Tag bei Frauen in Deutschland hervor. Damit reißen deutsche Männer nur knapp die WHO-Empfehlung von 600 Gramm pro Woche, wobei man auch nicht weiß, wie diese Empfehlung zustande gekommen ist.

Aktuelles...

top