11.06.2015RSS Feed

Grünen-Agrarwende würde Milliarden kosten

L P D – Die von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen angestrebte Agrarwende würde der deutschen Volkswirtschaft erhebliche Wohlfahrtsverluste verursachen. Diese Prognose hat der Gießener Agrarwissenschaftler Prof. Peter Michael Schmitz geäußert. Er nennt Verluste bei Erlösen und den Wegfall von Arbeitsplätzen als Grund. Je mehr Forderungen der Grünen umgesetzt würden, umso mehr würde dies die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tier- und Pflanzenproduktion gefährden. Diese Aussagen traf Schmitz jetzt in einem Impulsreferat anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Instituts für Agribusiness  (IAB) gestern in Gießen. Der Agrarökonom warf nach einem Bericht des Bonner Informationsdienstes AgraEurope den Politikern der Grünen und Nichtregierungsorganisationen vor, die konventionelle Landwirtschaft schlecht zu reden und für Empörung und Angstverbreitung unter den Verbrauchern zu sorgen.

Anm. d. Red.: Die Prognose des renommierten Ökonomen deckt sich mit Kalkulationen des Sachverständigenrates für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministeriums. Dort geht man von 2,9 bis 4,5 Milliarden Euro allein für den Umbau der Tierhaltung aus. Nicht kalkuliert sind die Kosten für den Vor- und Nachgelagerten Bereich wie Stallbau, Gesundheitsmanagement und Verarbeitung. Marktwirtschaftliche Eingriffe wie im Gutachten skizziert gabe es zuletzt in der DDR. Die Folgen sind hinlänglich bekannt und wiederholen sich aktuell in Schweden, England und Norwegen: höhere Auflagen führen dazu, dass die kleinen Betriebe aufgeben, der Strukturwandel forciert wird, die Wettbewerbsfähigkeit und die Selbstversorgung sinken. Hat die Politik nicht schon genug aus EEG, Biogas und steigenden Pachtpreisen sowie der staatlichen Förderung nicht marktfähiger Unternehmensformen gelernt? Offensichtlich nicht! Die heimische Landwirtschaft leidet unter mangelhaften Folgenabschätzungen. Wo sind sie, die Agrarexperten?

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