05.02.2016RSS Feed

Ernährung: Trend, Wandel oder nur Mode?

Für den Bonner Ernährungswissenschaftler Peter Stehle sind Ernährungstrends schwer nachzuvollziehen. Im Interview mit Martin Rosenkranz vom Bonner General-Anzeiger behauptet er, auf vegane Ernährung angesprochen, sie komme nicht von der Ernährungswissenschaft. Kommt da ein Prominenter und sagt, vegane Ernährung macht mich besser?, wird der Experte zitiert. Gleichzeitig vermutet Stehle auch, dass es sich um einen Hype handele, der genauso schnell wieder verschwinde, wie er entstanden sei.
Wer sich für Ernährungstrends interessiert, kommt an Veröffentlichungen des Privatdozenten Dr. Uwe Spiekermann nicht vorbei. Schon 2001 hat er sich in einem Aufsatz mit dem Historischen Wandel der Ernährungsziele in Deutschland auseinandergesetzt. Heutige Parallelen zum Nationalsozialismus sind erschreckend. So behauptet der Historiker, dass Die Ernährungsziele ... stets politisch, im Sinne dominanter Zeitströmungen waren. Dabei bediente sich die Politik immer auch der Wissenschaft als willfähige Helfer. ...mit der Machtzulassung der Nationalsozialisten setzten sich ... Gesundheits- und Ernährungsziele durch, die rassistischen Idealen verpflichtet, die auf die gezielte Modellierung des Volkskörpers und seiner dienenden Einzelwesen ausgerichtet waren. Die Forderung, esst deutsch, also regional, esst saisonal, esst gesund, also mehr frisches Obst und Gemüse, wurde bereits am Ende der Weimarer Republik formuliert. Damals wie heute fehlen für derart konstruierte Zusammenhänge seriöse Studienergebnisse.

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