13.08.2014 rss_feed

Deutsches Krebsforschungszentrum mit fragwürdigen Ernährungsempfehlungen

Der Lebens- und Ernährungsstil eines Menschen ist unmittelbar mit seiner Gesundheit verbunden. Sollte man annehmen. Tatsächlich ist die Datenlage für Ernährungsempfehlungen dünn. Zwar wird immer wieder auf die Ergebnisse sog. Beobachtungsstudien verwiesen, die sich bei wissenschaftlicher Betrachtung häufig nur als Follow-up-Studie entpuppen, bei der Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen durch Fragebögen ex post erfasst wurden. Korrelationen lassen sich so leicht berechnen; eine seriöse wissenschaftliche Ursachenanalyse ermöglichen sie kaum. Unmöglich ist die Ableitung von allgemeingültigen Grenzwerten.
So sorgt eine aktuelle Pressemeldung des Deutschen Krebsforschungszentrum bei Ernährungswissenschaftlern für großes Erstaunen. Wer auf Alkohol und Zigaretten verzichtet, dazu nur wenig rotes Fleisch und Wurst isst und auf ein normales Gewicht achtet, lebt bis zu 17 Jahre länger, heißt es dort. Dumm nur, dass auch das DKFZ keine Verzehrsempfehlungen veröffentlicht. Viel oder wenig Obst und Gemüse oder Fleisch ist relativ und hilft dem gesundheitsbewußten Verbraucher herzlich wenig.

Wie auch. Es gibt dazu keine wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen!

Auch die Warnung vor rotem oder verarbeitetem Fleisch kommt eher unausgereift daher. Schließlich haben sich bereits echte Experten der zugrunde liegenden Untersuchungen angenommen: mit teilweise gegenteiligen Schlussfolgerungen (Quelle u.a: The role of red and processed meat in colorectal cancer development: A review, based on findings from a workshop. Meat Science, 2014; DOI: 10.1016/j.meatsci.2014.02.011).

Empfehlenswert erscheint in diesem Zusammenhang die Lektüre von

weil beide Veröffentlichungen das Urteilsvermögen bzgl. unabhängiger Forschung schärfen.

"Wer mittags ruht, stirbt früher ...."

"Zeit" hinterfragt "Fleischlose Ernährung"

Ernährungsberatung bald überflüssig?

Dt. Ärzteblatt: Viele Studien ohne Nährwert

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