04.03.2016RSS Feed

Bundeskartellamt gegen integrierte Landwirtschaft

Die europoäische Landwirtschaft befindet sich im Krisenmodus. Die Erlöse für landwirtschaftliche Rohwaren sind so niedrig, wie seit 15 Jahren nicht mehr. Immer mehr bäuerliche Familienbetriebe halten den Preisdruck nicht mehr aus und geben auf. Was das für den Betriebsleiter, seine Mitarbeiter, die Handwerksbetriebe im Ort und die Gemeinde bedeutet, wird hier beschrieben.

Mit Liquiditätshilfen versucht die Bundesregierung den Landwirten zu helfen. Das ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein und erhöht die Liquidität nicht wirklich. Schließlich müssen auch diese Kredite zurückgezahlt werden. In Deutschland wird auch über freiwillige Produktionsdrosselung und Aufbau von Nischenmärkten oder Integration diskutiert. Das Bundeskartellamt hat sich jetzt sehr kritisch zur Integration im Milchsektor ausgesprochen. Wir müssen zu Lieferbeziehungen kommen, die einen Wettbewerb der Molkereien um die Rohmilch zulassen. Nur dann kann eine Mengensteuerung durch den Markt wirklich greifen, wird der Präsident des Bundeskartellamts vom DLZ agrarmagazin zitiert. Das ist eine Bekenntnis zu knallhartem Kapitalismus: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Auch wenn das bäuerliche Existenzen und viele, viele Arbeitspläzte kostet. Soziale Marktwirtschaft? War gestern. Marktexperten sind sich längst einig, dass der Masterplan auf EU-Ebene festgelegt wird: wer Quoten abschafft, um den Wettbewerb europäischer Landwirte im Weltmarkt zu fördern, der hat steigende Effizienz, große Betriebe und eine Reduktion von Agrarzahlungen im Hinterkopf. Dann sollte man die europäischen Landwirte aber auch zu Weltmarktbedingungen beim Umwelt-, Ressourcen- und Tierschutz produzieren lassen. Regional hohe Auflagen, Selbstversorgung und Weltmarkt beißen sich. (sk)

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