21.01.2016RSS Feed

Bienensterben: die Globalisierung ist schuld?

Joachim Müller-Jung berichtet für die FAZ über das rätselhafte Massensterben von Honigbienen, das weltweit zu beobachten sei, aber nach Untersuchungen der Hallenser Biologen Robin Moritz und Silvio Erler wohl doch eher profanere Gründe habe, als vielfach angenommen. Es fehle schlicht am Willen erfahrener Imker, die Vermehrung ihrer Bienen zu sichern. Dank Billigimporte von Honig lohne die Haltung eigener Bienenvölker schlicht nicht mehr. Also scheint die Globalisierung schuld.
Zwar sei die Anzahl der Bienevölker weltweit gegenüber vor 50 Jahren um fast 60 Prozent gestiegen - gleichzeitig aber auch der Bestäubungsbedarf auf Feldern und Obstwiesen um 300 Prozent. Für unbedarfte Nicht-Biologen taucht jetzt die Frage auf, wie Amerika vor der Kolonialisierung ohne Bienen auskommen konnte? Vermutlich weil es noch keine Landwirtschaft gab, wie wir sie heute kennen!

Auch schließt sich die Frage an, ob Bienen nur der Vorläufer für vergleichbare Entwicklungen anderer Agrarbranchen sind. So wehrt sich insbesondere Bündnis90/Die Grünen gegen ein Handelsabkommen mit Amerika - während bereits Abkommen mit 120 anderen Ländern bestehen und sich der "Biosektor" bereits 2012 mit den USA auf gemeinsame Standards geeinigt hat. Die Unterzeichner erhofften sich damals für ihre Bio-Bauern und -Lebensmittelproduzenten Vorteile durch einen einfacheren Zugang zu den Märkten und mehr Transparenz. Trotz boomender Bio-Märkte scheint sich diese Hoffnung nicht erfüllt zu haben? Anders kann man sich die ablehnde Haltung gegen TTIP nicht erklären.

FAZ: Die Einheit, der Welthandel und der Bienentod

Lost colonies found in a data mine: Global honey trade but not pests or pesticides as a major cause of regional honeybee colony declines

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