11.02.2016RSS Feed

Auch "Bio" muss Marketing überdenken?

Nach einem Filmbeitrag über einen Vorzeige-Biobetrieb aus Süddeutschland, reißen die Kommentare in der Boulevard-Presse nicht ab. Marketingexperten glauben, dass sich hier ein Dilemma wiederhole, das konventionelle Betriebe zu Genüge kennen: es wurde in der Vergangenheit mit Bildern geworben, die nicht der Realität entsprechen. Fleisch- oder Milchprodukte mit Tieren auf der grünen Wiese zu bewerben, ist Vergangenheit. Die Gründe sind bekannt. Sie reichen von Umwelt- und Ressourcenschutz bis zur Vorbeugung von Tierseuchen und bis zur Sicherung einer hohen Produktqualität. Das wird mittlerweile offen kommuniziert und auch der Lebensmitteleinzelhandel hat erkannt, dass Motive vom Heidibauernhof für die Glaubwürdigkeit wenig hilfreich sind.
Der Agrarstatistiker Georg Keckl, dass auch die Bio-Branche ihr Marketing überdenken sollten,weil die Kollegen aus der Biobranche mit denselben Problemen zu kämpfen hätten, wie ihre konventionellen Kollegen: von Tiergesundheit über Eiweißversorgung durch Importfuttermittel bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. der Caudophagie, trotz Stroheinstreu.
Man dürfe durchaus offen kommunizieren, dass Tierärzte bei bakteriellen Infektionen auch bei Biotieren Antibiotika einsetzen, zur Not auch Reserveantibiotika. Das gebiete der Tier- und Verbraucherschutz. Wer so tue, als ob eine Tierhaltung ohne Medikamenteneinsatz funktioniert, der lügt. Keime kämen schließlich überall vor, unabhängig von der Haltungsform.

Die Bio-Messe Biofach in Nürnberg wäre eine gute Gelegenheit für die Branche, ihre PR zu überdenken, glaubt der Agraringenieur. Die Aufgaben seihen hinlänglich bekannt, z.B. fehlten ...belastbare Untersuchungen zu den tatsächlich verabreichten Medikamenten im Ökolandbau, deren Mengen und deren toxisches oder umweltrelevantes Potential. Diese sollten durchgeführt werden, um glaubwürdig darstellen zu können, dass die ökologische Wirtschaftsweise die umweltfreundlichere ist ( Quelle: orgprints.org/14154/1/Koopmann_14154.pdf ). sk

Ein Zwischenruf des Agraringenieurs Georg Keckl aus Hannover

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